Fire Pelosi

Fire Pelosi - Kampagne am RNC-Headquarter in D.C.

Fire Pelosi – Kampagne am RNC-Headquarter in D.C.

Nancy Pelosi, die noch wenige Tage bis zum Zusammentritt des neuen Kongresses Speaker of the House ist, will auch in Zukunft die Demokraten im House anführen. Minority Leader wird ihr neuer Job, am 17.11. wurde sie gewählt.

70 Jahre alt, gerade deutlich eine Wahl verloren, aber sie will kämpfen, weitermachen, Einfluss behalten oder vielleicht auch nur ihre Spitzenposition nicht abgeben.

Bei den Republikanern war sie verhasst, wie keine andere. Fire Pelosi – das hatten die Republikaner über die Eingangstür ihrer Zentrale geschrieben. Im Inneren des Hauses, im Foyer, wieder der Frontalangriff mit dem Pelosi-Bus. Kein Wort vom eigenen Kandidaten, vom eigenen Programm. Nur: FIRE PELOSI. Google bringt 2 Millionen Treffer zu dieser Suchanfrage.

Zur Hälfte ist es ihnen gelungen: Die Mehrheit für die Demokraten ist verloren, Pelosi ist aber immer noch da. Nicht mehr als Speaker, aber dann eben als Oppositionsführerin.

Pelosi bei Pressekonferenz

Pelosi bei Pressekonferenz (Archivbild)

Sie ist von unschätzbarem Wert für die Demokraten. Der frühere Internet-Direktor des Weißen Hauses unter Präsident Bush, David Almacy, sagt:

„Speaker Pelosi is single largest fundraiser for Congressional Democrats: $65M in 2008-2010 cycle“.

Ein Grund für diesen Hass ist wohl auch das Astroturf-Zitat, dass sie am 15. April machte. An diesem Tag, an dem in den USA spätestens die Steuererklärung abgegeben werden muss, demonstrierten die Anhänger der Tea Party überall im Land. Die Zahl der Demonstranten schwankt zwischen einer viertel oder halben Million Demonstranten an ca. 750 Orten im Land. Pelosi sprach aber von einer Bewegung, die von einigen der reichsten Amerikaner gesteuert werde, um Steuererleichterungen für die oberen 5 Prozent durchzusetzen. Sie würde wohl davon profitieren, denn sie gehört zu den wohlhabendsten Mitgliedern des Parlaments.

Nun, ich habe Max Pappas von Freedom Works kennengelernt. Er ist sicher näher an Astroturf als an Grassroot. So ganz von unten hat sich die Tea Party nicht gebildet. Der Rant von Rick Santelli gegen den Homeowners Affordability and Stability Plan vom 19. Februar 2009 gilt als Geburtsstunde der Tea Party. Die Börse ist nun keine Grassroot-Angelegenheit, oder?

Aber zurück zu Nancy Pelosi: Sie polarisiert, aber sie hat in den vergangenen Jahren viel für die Demokraten getan. Nun wollte man sie nicht vom Hof jagen, sie wird solange bleiben wie sie will. Sie muss den Zeitpunkt ihres Rückzuges selbst wählen. Hoffentlich verpasst sie ihn nicht.

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