WIRED – dass es nach dieser Ausgabe weitergeht!

Ich habe mir eine Zeitschrift gekauft. Für mich ist das ein herausragendes Ereignis. In diesem Jahr ist es gefühlt das erste Mal, dass ich ein entsprechendes Geschäft betreten, tatsächlich eine Zeitschrift aus dem Regal genommen und bezahlt habe. Ich klaue sonst nicht, falls das jetzt einige denken sollten: Entweder habe ich ein Abo oder das Verlagsprodukt kommt als eine Art Gulasch in Form von Pressespiegeln zu mir.

Aber die WIRED wollte ich besitzen. Nicht nur als digitale Kopie, sondern auf Papier.

Christoph Kappes hat das Heft ausführlich analysiert. Den Text empfehle ich trotz und wegen seiner Länge zur Lektüre.

(Ich habe das Heft gekauft, bevor ich seine Kritik gelesen hatte.)

Titel

Was wäre wenn, digitale Inhalte besser geschützt werden? Eine nahezu unglaubliche Idee entwickelt die WIRED in der Titelgeschichte: „Eine Urheberrechtsnovelle erlaubt es den Rechteverwertern, bei einem Verstoß die Strafgebühr ohne Prozess selbst vom Konto des Copyright-Kriminellen einziehen zu dürfen.“ Warnhinweise und Abmahnungen kombiniert als Lastschrift.

Aber auch das Gegenteil mag mich nicht überzeugen: „Kinokarten kosten 25 Euro, trotz 60 Minuten Werbung. … Journalistische Marken (meist automatische News-Systeme) aggregieren ihre Inhalte ohne Entlohnung bei Bloggern und Journalisten, die inzwischen kaum noch unterscheidbar sind.“

Die Reportage neben den drei Szenarios ist wirklich lesenswert – und sehr differenziert. Einzig irritierend: Warum hat er nur drei verschiedene Überschriften auf der Titelseite, im Inhaltsverzeichnis und im Heft bekommen?

Gelernt

In „Versuch und Irrtum – Wo Wissenschaft schief läuft“ las ich viel Neues über Rückenschmerzen und Cholesterin. „Vielleicht suchen wir häufig die Ursachen an der falschen Stelle.“ Diesen Gedanken nehme ich mit und versuche ihn in andere Lebensbereiche zu übertragen.

Infografik in der zweiten deutschen WIRED

Infografik in der zweiten deutschen WIRED

Gestaunt

Die Infografik über Gebote und Verbote der Weltreligionen (s. Foto) hat mich in meiner Religion bekräftigt: Protestanten ist viel erlaubt, nur das Glücksspiel soll sanktioniert sein. Das kann keine große Rolle spielen, im Kirchenalltag habe ich das noch nicht erlebt. Mit der jüdischen Kabbala muss ich mich einmal näher auseinandersetzen: Verbote sind da sehr rar.

Lifestyle oder Nerd?

Fördernd für den Verkauf wäre eine eindeutige Einordnung im Dschungel des Bahnhofskiosks. Allein verkauft, findet es sich neben c’t und CHIP. Im Bundle mit der GQ wird es im Bereich Lifestyle neben der Men’s Health einsortiert.

Egal, ich werde auch die dritte WIRED auf unbekanntem Terrain finden. Und kaufen.

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