Braunkohl: norddeutsches Wintergemüse

Braunkohl mit Bregenwurst ist eines der typischen norddeutschen Regionalgerichte, die in jeder Region Niedersachsens etwas variiert wird.

Braunkohl oder Grünkohl. Bregen- oder Brägenwurst.

Im südlichen Niedersachsen ist eher der Name Braunkohl geläufig, weiter nördlich nennt man das Wintergewächs Grünkohl.

Als Beilage wurde bei uns zu Hause ausschließlich frische Bregenwurst gereicht. Braunkohl mit Fleischscheiben, entweder Kassler oder Bauch, lernte ich erst später kennen. Auch die geräucherte Variante der Wurst, die heute weiter verbreitet ist, kam bei meiner Großmutter nicht gut an.

Als Kind mochte ich den Kohl nicht und aß deshalb »nur« Salzkartoffeln und Bregenwurst. Einen Heidenspaß hatten mein Großvater und ich damit, die Wurst möglichst unbeschadet aus dem heißen Wasser zu fischen und dann auf dem Teller kräftig mit der Gabel hineinzupieksen. Bei wem spritzte es am höchsten? Erst beim Aufwärmen am kommenden Tag lag die Wurst im Kohl.

Traditionelles Beginn der Saison war der Buß- und Bettag, damals noch gesetzlicher Feiertag. In der Gaststätte »Rote Nase«, früher Treffpunkt Hildesheimer Lokalpolitik, waren die Plätze immer sehr begehrt.

Braunkohl mit geräucherter Bregenwurst

Braunkohl mit geräucherter Bregenwurst (erix! on flickr (CC BY 2.0))

Dieses Wintergericht vermisse ich in Berlin wirklich sehr. Grünkohl kann man in der Hauptstadt meistens bis Weihnachten kaufen. Berliner sollen ihn zur Gans essen, zusammen mit Rotkohl. Komische Kombination. Der Grünkohl ist – richtig zubereitet – viel zu deftig für den zarten Vogel.

Bezugsquellen und Rezepte

In Hannover kauft man Bregenwurst bei Ahrberg. Wie ich neulich erfahren musste, erhält der Kunde zumindest unter der Woche die frische Wurst nur auf Bestellung. Im Hildesheimer Land empfehle ich Landfleischerei Bartels, beispielsweise in Hildesheim gegenüber vom Museum.

Zubereitungstipps findet man auf den einschlägigen Kochseiten in unterschiedlicher Qualität. Oder beim Christian. Die Kinderseite Niedersachsens weiß, dass Grünkohl nicht nur ein traditionelles Gericht ist, sondern außerdem wegen der Vitamine und des Kalziums sehr gesund.

Dazu trinke man ein kühles Einbecker Brauherren Pils, in Berlin bei Getränke Hoffmann erhältlich. Die Kinder natürlich nicht.

Dieser Text ist Teil der Blogparade „Regionale Lieblingsprodukte“ von Uli.

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Bloggen könnte 2013 wichtiger werden

Macht kleine geile Blogs auf, schrieb Claus während der re:publica und wurde von Sascha Lobo geadelt. Der hatte nämlich vorher bei Spiegel online und auf der re:publica genau das gefordert.

Nun hat sich Johnny drüben bei Spreeblick selbst in den Allerwertesten getreten und will 2013 das Netz zurückerobern. »Twitter ist nicht das Internet« stellte ich neulich ebenfalls fest.

Alles richtig. Aber: Ein bisschen klingt das eben doch nach »früher«. Früher als man noch das eigene Blog füllte und nicht anderer Leute Timeline.

Ein eigener Webspace ist zwar besser als die Gedanken irgendwo bei Google+ reinzuschreiben. Das eigene Blog ist mehr »richtiges Internet« als bei facebook oder Google+, aber dennoch auch abhängig von einer privaten Infrastruktur, wenn auch brav nach deutschen Gesetzen. Dieses Blog liegt bei Hosteurope, weil ich es aus mehreren Gründen nicht auf meinen NAS hosten möchte. Und selbst wenn es da gehostet wäre, was wäre gewonnen? Internet kommt bei uns mit Kabel Deutschland ins Haus.

Von irgendetwas.wordpress.com bin ich weg, weil ich mehr Flexibilität haben wollte. Einfacher ist es dadurch jedoch nicht geworden.

#rp12-Stühle

#rp12-Stühle (re:publica 2012 on flickr CC BY 2.0)

Das Internet soll ein öffentlicher Raum sein, aber anders als der Pariser Platz in Berlin oder der Marktplatz vor dem Rathaus in meiner Geburtsstadt.

Matthias Richel schlussfolgert, wir bräuchten Public Space Server. Angesichts des Versagens der öffentlichen Hand beim Aufbau von Infrastruktur sehe ich das mit einiger Skepsis. Ob wir »dem Staat« diese Aufgabe zumuten sollten?

Genossenschaftliche Modelle haben stärker die Interessen der Allgemeinheit und die ihrer Mitglieder im Fokus. Wir kennen das von den Volksbanken oder aus dem Wohnungsbau. Subsidiaritätsprinzip nennen wir das. Gibt es das irgendwo funktionierend als Host- oder Zugangsprovider?

Neben dieser eher intellektuellen Debatte um den besten Platz und die ideale Infrastruktur für mein und Euer Geschriebenes scheint es mir wichtig daran zu erinnern, die ersten Aufgaben zu lösen:

  • Wie erreichen wir mehr Leser?
  • Wie können wir die »Blogger-Szene« in Deutschland professionalisieren?
  • Wie gelingt es, mehr Leute zum Bloggen zu bringen?

Im Moment schmoren wir im eigenen Saft, werden uns auf der re:publica13 wieder versichern wie toll wir sind. Doch gefühlte 99 Prozent der Menschen halten uns tendenziell für eher verrückte Nerds. Wenn sie denn überhaupt mal auf ein Blog gestoßen sind und anschließend wussten, wo sie sind.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Die re:publica ist wichtig und ohne dieses Klassentreffen würde mir etwas fehlen. Wenn Du nicht von Dir selbst überzeugt bist, kannst Du auch andere nicht überzeugen.

Vermutlich könnte 2013 für Blogger wichtiger werden als 2012.

Meine Internet-Vorsätze für 2013:

  • Mehr Bloggen – um mich selbst zu motivieren, habe ich mich bei den Ironbloggern beworben.
  • Andere Blogger anstupsen, damit sie (wieder) mehr bloggen. Von Sina, Anja oder Lina würde ich gerne wieder etwas lesen. Aber auch Stecki, Stephan oder Sven könnten häufiger schreiben. Alle anderen auch.
  • Mehr Menschen überreden überzeugen, dass sie mit dem Bloggen beginnen. Der Claus hilft mir bestimmt dabei. Patty und Peter auch.
  • Ein neues Wort fürs Bloggen suchen. Bloggen klingt in den Ohren der KRS-Internetnutzer* zu nerdig, zu techniklastig. Wenn das nicht klappt: »Bloggen« einen neuen, positiveren Sinn geben.

Und einfacher und vernetzer muss es werden. Das schrieb Johnny auch.

*KRS-Nutzer: Konto, Reise, Spiegel online

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#NYC2013

Die Winterferien nutzen wir in diesem Jahr für einen Kurztrip nach New York. Es ist für mich der dritte Besuch in dieser wunderbaren Stadt.

Broklyn Bridge

Broklyn Bridge

New York is a completely different country, sagte eine Amerikanerin beim ersten Besuch zu mir. Sie meinte, New York sei mit dem Rest der USA nicht zu vergleichen. Bislang reichte es bei mir immer nur für viel zu kurze Aufenthalte. Zwei Tage am Ende einer Dienstreise mit unter anderem mit einem Kurzbesuch bei den Vereinten Nationen. Dann besuchte ich die Stadt ein Jahr später für nur drei intensive Tage nach dem CBBSX-Austausch in Washington D.C. Beide Male im Sommer. Nun NYC im Winter.

Screenshot: Air Berlin facebook-Seite

Screenshot: Air Berlin facebook-Seite

Den Direktflug ab Tegel mit Air Berlin nach JFK ergatterte ich zum Schnäppchenpreis von 300 Euro. Nur der ToKo hat es im Adventskalender noch günstiger getroffen. Air Berlin flog ich bislang nur auf der innerdeutschen Kurzstrecke. Wie viele Schokoherzen werden auf einem Transatlantik-Flug gereicht?

ToKo hat bereits einige Tipps für NYC zusammengestellt. Ergänzend:

Hotel

Gebucht haben wir derzeit das Hilton Garden Inn am Time Square. Den Hotels in New York wird nachgesagt, dass sie allesamt teuer sind und viel zu kleine Zimmer haben. Nach meinen bisherigen Besuchen kann ich das bestätigen. 2007 übernachtete ich im Beekman Tower, 2008 im St. Marks. Das St. Marks war damals ein Tipp aus dem Lonely Planet Reiseführer. In der aktuellen Ausgabe ist das Hotel jedoch nicht mehr verzeichnet. Ich kritisiere das nicht. Vom Beekman hat man einen grandiosen Blick auf den East River.

Shopping

Das Century 21-Kaufhaus, unweit von Ground Zero, bietet Markenklamotten zum Teil mit 70 Prozent Rabatt. Wahrscheinlich inzwischen kein Geheimtipp mehr, wenn es im Reiseführer steht. Aber immer noch lohnend, vermute ich.

Mindestens gesehen haben muss man den Abercrombie&Fitch-Store an der 5th Ave. Ob im Winter die Jungs auch mit freiem Oberkörper vor dem Laden stehen? Gleich gegenüber der Trump Tower und der Disney-Store. Nicht weit weg ist der berühmte Glaskubus von Apple.

Essen

Harry&Sally

Where Harry met Sally …

Must see: Katz’s Deli. Also jedenfalls für alle Harry&Sally-Fans. Die legendäre Szene kennt ihr ja. Nein? Dann hier:

Hot Dogs kamen mit den deutschen Einwanderern nach New York. Nathan Handwerker, der Deutscher Pole war, machte – angeblich mit dem Rezept seiner Frau Ida – die Hot Dogs berühmt. Erfunden hat sie einer Legende nach sein früherer Chef, Charles Feltman, der aus Deutschland einwanderte. Sein Restaurant befindet sich in Coney Island, Brooklyn.

Vorbereitung

Für die Einreise wird ein Reisepass mit biometrischem Foto benötigt. Die ESTA-Registrierung des U.S. Departements of Homeland Security sollte man auch möglichst bald vornehmen. Das Ausfüllen des Formulars dauert ein paar Minuten – und kostet US-$14. Bezahlt wird mit Kreditkarte. Ohne diese Registrierung darf man nicht einreisen. Die US-Botschaft informiert umfassend über die Einreise.

Ohne Kreditkarte macht ein Besuch in den Vereinigten Staaten kaum Spaß. Zwar kann man an einigen ausgesuchten Geldautomaten (ATM) auch mit der deutschen ec-Karte Geld ziehen, zum Bezahlen ist sie aber nicht geeignet.

Die DKB und die ING-DiBa bieten mit ihren Kreditkarten kostenlose Bargeldversorgung weltweit. (Weiterempfehlung »Kunden werben Kunden« (DKB oder ING-DiBa) gerne per Mail.)

Update: Sven hat weitere wertvolle Tipps für New York.

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Elektronischer Fahrausweis erspart den freundlichen Erinnerungstweet

Seit wenigen Tagen bin ich Besitzer einer cardFahr carfahr fahrCard: eines elektronischen Fahrausweises im Format einer Scheckkarte. [Schecks kennen die meisten nicht mehr. Ich kenne sogar noch Schecks, zu denen keine Scheckkarte gehörte.]

Das Kartenformat entspricht den üblichen Abmaßen einer Scheckkarte einer Krankenversichertenkarte (85,725 mm × 53,975 mm bzw. 33/8″ × 21/8″). Die fahrCard ersetzt die bisherigen Wertmarken des BVG-Abos. »BVG-Abo« steht hier synonym für den öffentlichen Nahverkehr im Berliner Stadtgebiet, offiziell für den Tarifbereich Berlin AB.

Ich bin Kunde der S-Bahn, das spielt im Verkehrsverbund für den Kunden allerdings keine Rolle. Preise und Leistungen sind bei S-Bahn und BVG gleich. Nach einer Testphase, die im August 2011 begann, wird nun der elektronischen Fahrausweis, neudeutsch bahndeutsch, fahrCard genannt, nach und nach an alle Abo-Kunden ausgegeben.

fahrCard und Wertabschnitte der letzten drei Monate

fahrCard und Wertabschnitte der letzten drei Monate

Der Wechsel der Abschnitte zum Monatsbeginn entfällt. Erinnerungstweets sind ab sofort unnötig. Gerade dann, wenn der Monatswechsel auf ein Wochenende fiel, habe ich gerne vergessen, den Abschnitt zu tauschen.

Am letzten des vorherigen Monats und am ersten Tag des neuen Monats gelten glücklicherweise beide Marken. Aber ein wenig Herzklopfen überkam mich dann schon, wenn am dritten oder vierten Tag eines Monats die Kontrolleure die Bahn durchstreiften. Hatte ich den neuen Abschnitt eingepackt?

Gelegentlich fuhr ich länger mit dem Vormonatsabschnitt. In diesen Monaten wurde ich dann jedoch nie kontrolliert.
Für die Kartenkontrolle in der Bahn sind Lesegeräte nötig, die per Nahbereichkommunikation (NFC) die auf der Karte gespeicherten Daten überprüfen. In der Testphase konnte ich beobachten, dass den Kontrolleuren gelegentlich das Vorzeigen der Karte ausreichte und die Daten nicht ausgelesen worden sind. Das wird sich im Regelbetrieb nicht durchhalten lassen. Die Zahl der Fahrgäste, die pro Zeiteinheit kontrolliert werden können, wird sinken.

Die BVG haben eine ausführliche FAQ-Seite zum Thema eingerichtet.

Die denglische Bezeichnung fahrCard passt nicht zum Versprechen „Die Bahn spricht wieder deutsch„. 2010 hatte der pensionierte Englischlehrer Aschenbrenner über den CSU-Abgeordneten Ernst Hinsken Bahnchef Grube ausrichten lassen, dass sein Sprachmischmasch mehr Provinzialität als Weltläufigkeit ausstrahle. Grube versprach Besserung. Ein englische Nachrichtenseite erklärt es seinen Lesern so:

In the letter, Grube said the company would no longer be using the term “flyer” to describe its leaflets.

Gute Fahrt!

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Märchen-Blogparade: Es war einmal …

… ein Aufruf zu einer Blogparade, der zum Ziel hatte, viele neue Märchen zu sammeln.

Verlängert bis 18.5.2013!

Gelegentlich habe ich an Blogparaden zu ernsten oder lustigen Themen teilgenommen, mal war auch die Aussicht auf einen Gewinn, Anlass genug mitzumachen.

Die Märchen-Blogparade ist mein erster Versuch, selbst eine solche Reihe ins Leben zu rufen. Eure Aufgabe ist es, ein Märchen zu schreiben. 200 Jahre nach dem Erscheinen der Märchen der Gebrüder Grimm trägst Du dazu bei, diese Erzählform am Leben zu erhalten.

Die Brüder Grimm von Elisabeth Jerichau-Baumann [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Gebrüder Grimm (Gemälde von Elisabeth Jerichau-Baumann, Nationalgalerie Berlin) veröffentlichten von 200 Jahren ihre Sammlung von Kinder- und Hausmärchen.

Der Text soll die klassischen Gattungsmerkmale eines Märchens erfüllen. Dies sind unter anderem:

  • Der Text beginnt mit »Es war einmal…« und enden mit »… und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.«
  • Raum und Zeit sind unbestimmt.
  • Die Geschichte wird im Präteritum erzählt.
  • Im Mittelpunkt steht ein Held, der aus einer schwierigen Situation gerettet werden muss oder andere aus  einer solchen Situation befreit.
  • Die Figuren entbehren jeder Individualität (»ein König«, »ein Schneiderlein« oder »ein Müller«).
  • Bestimmte Zahlen spielen eine Rolle: drei und sieben, aber auch die 13 als Unglückszahl.
  • Die Rollen von gut und böse sind klar verteilt.
  • Tiere oder Gegenstände können sprechen und kommunizieren mit den Menschen.
  • Das Gute gewinnt am Ende der Erzählung.

Weitere Hinweise, wann eine Erzählung ein Märchen ist, findet Ihr auf dieser Seite.

Zu den Regeln: 

  • Bitte schreibt Eure Beiträge bis zum  10. Februar 2013 11. Mai 2013.
  • Verlinkt dazu in Eurem Text auf diesen Post (per Pingback). Zur Sicherheit bitte ich um einen kurzen Kommentar unter diesem Text mit dem Link.
  • Wer (noch) keinen eigenen Blog hat, aber gerne mitmachen möchte, kann den Text auch bei mir veröffentlichen. Bitte in diesem Fall einfach eine kurze Mail an maerchen@hildwin.de
  • Zu gewinnen gibt es – außer Ruhm und Ehre – nichts.

Ich freue mich auf Deinen und Deinen und Deinen Beitrag.

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Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten?

Is denn heut' schon Weihnachten?

Is denn heut‘ schon Weihnachten? (Youtube-Screenshot)

In weniger als einer Woche sitzen wir alle unterm Baum. Wer vielleicht noch nicht alle Geschenke beisammen hat, dem empfehle ich meine fast ungeordnete Top-10-Liste der Geschenke, die immer gut ankommen. Vieles davon ist in unserem Haushalt vorhanden. Ich empfehle daher quasi aus erster Hand.

1. Logitech Squeezebox Radio

Squeezebox Radio

Meine Squeezebox Radio ist bald ein Oldie.

Die Squeezebox ist für mich immer noch das beste Musik-Distributionsgerät im Haushalt. Am Silvesterabend 2006 sah ich eine Squeezebox das erste Mal und war von den Möglichkeiten fasziniert. Zugegeben, es war damals etwas für Nerds. In der Folge setzte ich meinen ersten Linux-Server auf. Slimdevice wurde an Logitech verhökert teuer verkauft. Zu meinem großen Bedauern stirbt es dort gerade. Auch wenn das angebastelte mysqueezebox.comunlängst für drei Tage offline war, mich störte das nicht. Unsere mittlerweile vier Player holen die Musik aus der heimatlichen Cloud.

Mein Tipp: Jetzt Restbestände sichern und die letzten Logitech Squeezebox WLAN-Radios kaufen.

2. QNAP NAS

Die eben erwähnte heimatliche Cloud ist ein NAS, ein Network Attached Storage. Darauf laufen eine Vielzahl von Anwendungen wie eben der Musik-Server für die Squeezebox. Nicht alle Daten und Bilder möchte ich in der Cloud hosten, aber alles nur auf einer Festplatte zu haben, ist irgendwie auch wie im Jahr 2000.

Die langsam nicht mehr zählbaren netzwerkfähigen Endgeräte im Haushalt greifen nahezu alle auf das NAS zu. Das Gerät ist im Wäscheschrank platziert, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche unser stets dienstbereiter Datenlieferant.

Mein Tipp: Qnap TS-212 NAS-System

3. Apple TV

Ein Apple TV habe ich in den vergangenen Jahren immer für überflüssig gehalten, da die Leihfilme im iTunes-Store für meinen Geschmack zu teuer sind. Als ich aber viel zu spät erkannte, dass ich mit dem Apple TV auch Podcasts sehen, den Bildschirm des MacBooks auf simpelste Weise auf den Fernseher bringen und auch die Familie mit Diashows vom iPad langweilen kann, musste es ein Apple TV sein.

Nebenbemerkung: Google TV hatte ich im Sommer bei einer Präsentation gesehen und war noch begeisterter überwältigt, ob der Möglichkeiten. Aber die Einführung ist bislang an mir vorbei gegangen. Kann ich das schon irgendwo zu einem akzeptablen Preis kaufen?

4. Kindle

Kindle

Kindle

Ob nun Paperwhite oder Kindle klassisch, für die Fahrt zur Arbeit, auf Reisen oder im Urlaub ein unbedingtes Muss. Mit der amazon-Leihbücherei ein echter Deal.

 

 

 

5. LEGO Unimog U400

LEGO-Fans werden ihren Spass an dem Teil haben. Unbegrenzte Möglichkeiten. Bei uns inzwischen mehrfach erweitert und umgebaut. Schade, dass LEGO im Basisbausatz keinen Antrieb spendiert hat. Der Erfindergeist und die Recherche bei Youtube bringen den gewünschten Erfolg.

Kauftipp für Väter und Söhne: LEGO Technic 8110 – Unimog U400

6. The West Wing-DVD-Box

Ultimativ die beste Serie, die ich je gesehen habe. Waltons und Bonanza eingeschlossen. Im letzten Jahr lag The West Wingbei mir unter dem Baum. Ein sehr nachhaltiges Geschenk: Noch immer konnte ich nicht alle Staffeln ansehen. Einfach überwältigend. What’s next?

7. Nexus 7

Das Nexus 7 besitze ich noch nicht. Soll aber mindestens so gut sein, wie alle sagen. Eine Kollegin kaufte es nach meiner Empfehlung.

8. Netzgemüse

Ein Buch darf auf dieser Liste nicht fehlen. Neben Lobos Werk Internet – Segen oder Fluch ist Netzgemüse das beste Buch über das Internet, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Ausführliche Kritik auf dem Elternblog. Für alle, die keine Kinder haben: Lobo und Passig kaufen.

9. New York-Kalender

Wer New York mag und Schwarz-Weiß-Fotos liebt, der sollte unbedingt ToKos Kalender für 2013 kaufen. Im Internet steht, dass auch die letzten Restexemplare verkauft sind. Einfach sagen, dass ich den Kauf empfohlen habe. Hilft vielleicht, um doch noch einen zu bekommen. Oder schon den 2014 vorbestellen: Alles mit einer Mail an kalender@tokograhphy.com.

10. LEGO Star Wars Todesstern

Besondere Empfehlung für Star Wars Todesstern. Aus Gründen.

Frohe Weihnachten Euch allen! Weitere Wünsche auf meiner Wunschliste.

 

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Twitter ist nicht das Internet

Euer Internet ist nur geborgt, titelte Sascha Lobo kurz vor der re:publica 12 und schrieb eine Selbstverständlichkeit auf, die, weil inzwischen offensichtlich wieder vergessen, jede(r) bitte einhundertmal an die Hauswand schreibt. So wie Brian »Romani ite domum« an die Fassade pinnen musste.

Facebook ist nicht das offene Internet. Google ist nicht DAS Internet. Und, ja liebe Twitteria und liebe Journalisten: Auch Twitter ist nur geborgtes Internet.

Twitter gehört nicht den 1 Milliarde Nutzern, die für 2013 erwartet werden, sondern Twitter Inc. aus San Francisco. Und diese Twitter Inc. muss und will Geld verdienen. Ein guter Ansatz, um in der Marktwirtschaft Geld zu verdienen, ist guter Service.

Einen solchen Service bot Twitter für die Parteitage von CDU und SPD in den vergangenen Tagen. Mit einer Eventpage werden relevante Tweets zu einem Ereignis präsentiert. Oder wie es bei Twitter heißt:

A combination of algorithms and curation will surface the most interesting Tweets to bring you closer to all of the action happening.

Dabei ist die Eventseite ein zusätzliches Angebot. Es werden keine Tweets zensiert oder gelöscht. Aber selbst wenn dies so wäre: Twitter ist nur geborgtes Internet (siehe oben).

Die Mainpost hat recherchiert:

»Wie die Parteizentrale der CDU mitteilte, soll Twitter von sich aus das Angebot gemacht haben, eine Event-Page anzubieten, unentgeltlich und ohne Gegenleistung.«

Das nennt man in der Marktwirtschaft Werbung.

Andere Journalisten stellten fest:

Oder zogen grandiose Schlüsse:

Wieder andere stellten Behauptungen auf, die nicht der Wahrheit entsprachen:

@thodenk war bei der SPD auf der Whitelist, d.h. alle seine Tweets kamen auf die Eventpage.

Steffen Voß stellt richtig fest: Wer Twitter nutzt, kann nicht der SPD und der CDU vor­werfen, dass Twitter ist, wie es ist.

Wie sagte der römische Legionär zu Brian: »Und wenn Du das bis Sonnenaufgang ….«

P.S. Ob jetzt der Algorithmus der Eventpages offengelegt werden muss, kann man diskutieren. Ich fordere vorbeugend Coca-Cola auf, sein Rezept zu veröffentlichen.

Update: Siehe auch Interwebz, wir müssen reden.

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Kanzlerinnenbonus

Dieser Tage präsentierte die Tagesschau ein besonderes Stückchen aus der Kategorie »Glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast«. Christian hat drüben bei rotstehtunsgut schon darüber geschrieben. Einfach ein Drittel der Antworten wegzulassen, wo schon die Frage von hinten durch die Brust ins Auge gestellt wurde, ist eher nicht seriös.

Aber was sagen uns die Zahlen denn nun wirklich?

1. Die Union wird wegen ihrer Kanzlerin und wegen des Programms der Union gewählt.

44 Prozent erwarten Wahl nur wegen der Kanzlerin, 41 wegen beidem.

2. Die SPD hat keinen überzeugenden Kandidaten.

Nur 10 Prozent erwarten eine Wahl der SPD wegen des Kandidaten.

3. Wenn denn eine(r) die SPD wählt, dann wegen des Programms – nicht wegen des Kandidaten.

43 Prozent erwarten eine Entscheidung für die SPD, allein wegen der politischen Inhalte. Alles lesen

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Netzgemüse lesen: Denn das Internet geht nicht mehr weg

Alles, was nach Deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.

Mit diesem (im Buch ausführlicherem) Zitat von Douglas Adams beginnt das Buch »Netzgemüse«.

Die sogenannten »Neuen Medien« sind zwar nicht mehr so neu, dass sie guten Gewissens als »neu« zu bezeichnen wären. Aber aus meinem Engagement bei elternprojekt.info weiß ich, dass der Satz von Douglas Adams bestimmt für diejenigen Eltern gilt, die erst so um die 40 mit den »Neuen Medien« richtig Bekanntschaft machten. Das Internet, die Computerspiele und digitale Medien allgemein stören die natürliche Ordnung der Dinge. Hier: die gewohnte Ordnung der Familiendinge.

Freunde der Kinder »dringen« via Internet und mobilen Endgeräten in den Familienalltag, auch wenn sie nicht körperlich anwesend sind. Computerspiele sind faszinierender als die Brettspielklassiker Monopoly oder Risiko. Die freie Wikipedia wird für Hausaufgaben häufiger konsultiert als der teuer erworbene, bildungsbürgerliche Brockhaus.

Netzgemüse unterwegs

Netzgemüse unterwegs (Foto: Onion Driver in Saigon // Hanoi Mark on flickr CC BY-NC 2.0)

Diese – wahrscheinlich sogar ziemlich schlechten – Beispiele soll Ihnen klar machen, dass nach allen Prognosen das Internet nicht wieder weggeht. Auch wenn Prognosen, die die Zukunft betreffen, zugegebenermaßen als unsicher zu gelten haben. Hier bin ich mir sicher: Unsere Kinder und wir werden mit dem Internet und den digitalen Medien noch eine ganze Weile zu tun haben. Vermutlich länger als Ihnen im Moment noch lieb ist – Gründe siehe oben.

Jedem und jeder Elternteil mit Schulkindern empfehle ich daher das Buch von Tanja und Johnny Haeusler zur Lektüre. Sie kaufen ein Buch über das Internet, das bildet! Es ist hype- und hysteriefrei. Glauben Sie mir: Sie lernen unglaublich viel.

Im Kapitel Computerspiele habe ich viel Neues erfahren, bestimmt werden auch Sie mindestens einen persönlichen Aha-Moment erleben. Nach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie Ihr Kind mit anderen Augen beim Spielen beobachten. Wenn Sie Ihrem Kind bislang noch nie länger beim Spielen am Computer zugesehen haben, werden Sie nach der Lektüre nicht unbedingt zum Minecraft-Experten, aber Sie werden besser verstehen, worin die Faszination dieses Spiels liegt. Vielleicht probieren Sie das Lieblingsspiel ihres Kindes auch selbst einmal aus.

In der veröffentlichten Meinung werden Computerspiele inzwischen nicht mehr durchweg verteufelt, sondern als Kulturgut betrachtet. Erinnern Sie sich an die Verleihung des Computerspielepreises an ein »Killerspiel«? Der Eklat war für die Generation Netzgemüse eher keiner.

Es macht wirklich Spass, dieses Buch zu lesen. Es nimmt Eltern die Angst vor dem Internet, vor dem Kontrollverlust und stärkt die Eltern-Kind-Beziehung. Wenn Sie diesen Text lesen, haben Sie übrigens schon einen Ratschlag des Buches beherzigt:

Die Antwort auf das Internet ist das Internet.

Unbedingte Kaufempfehlung! Gleich bestellen – im Internet: Netzgemüse: Aufzucht und Pflege der Generation Internet

P.S. Wenn Sie Douglas Adams noch nicht kennen sollten, empfehle ich Ihnen den Anhalter. Dort erhalten Sie nebenbei die Antwort auf die Frage aller Fragen.

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