Flipboard 2.0: Ich bin Herausgeber

In den letzten Tagen ist viel darüber geschrieben worden, wie im Internet gelesen wird. Grund hierfür: Der Google Reader wird eingestellt. Mich hat das nicht über die Maßen berührt. Irgendwo wird sich eine Alternative finden lassen. Ich habe weniger als 70 Feeds in meinem Reader. Notfalls eben wie früher lokal und nicht in der Wolke.

Nötig war der Reader ohnehin nur als Quelle für die Flipboard-App auf dem iPad. Dort kann ich die 70 Feeds als Magazin lesen, je schöner die Bilder in einem Blogpost, umso besser.

Flipboard hat nur Stunden nach Googles Ankündigung reagiert. Mit einem Account bei Flipboard sind die Feeds gespeichert. Alles funktioniert weiter.

Mit der neuen Flipboard-App lassen sich aus nahezu beliebigen Inhalten neue Magazine bauen: Jeder kann zum Blattmacher werden und sein Magazin mit anderen teilen.

Screenshot: Titelbild meines ersten Flipboard-Magazins

Screenshot: Titelbild meines ersten Flipboard-Magazins

Mein erstes Magazin habe ich heute erstellt: New York: Tipps, Fotos und Erlebnisse. Nicht nur die eigenen Inhalte meines Blogs, sondern hinzu kommen Fotos von ToKo, Videos von Leonie, Tipps von Daniel und Sven und Geschichten von Eileen und Antrobius. Ergänzungen sind jederzeit möglich.

Derzeit ist Flipboard 2.0 nur für iOS-Geräte verfügbar, die App für Android folgt bald.

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Apollon, Koronis und der Twitter-Vogel

Apollon und der Rabe

Apollon und der Rabe (Darstellung ca. 470 v. Chr.)

Twitter ist einfach, heißt es. 140 Zeichen maximal und los geht’s. Doch tatsächlich ist Twitter kompliziert. Die Zahl der Konventionen ist größer als die Anzahl der Kardinäle bei der Papstwahl.

Eine der wichtigsten ungelösten Fragen aller Twitter-User ist, ob ein Retweet eine Unterstützung signalisiert. »Is a retweet an endorsement?« Zu dieser Frage existieren hunderte Meinungen. Alles lesen

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Deutschland von oben

Der kanadische Astronaut Chris Hadfield veröffentlicht – unter anderem auf Twitter – wunderbare Fotos der Erde, die er aus der ISS aufgenommen hat.

Aktuell waren einige Fotos von deutschen Städten dabei, unter anderem Hannover, Bonn und Berlin: Städte, in denen ich einen Teil meines Lebens verbrachte.

Liebes Deutschland! Die Fotos sind heute für Sie, schrieb Hadfield.

 

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1380g beste Debatten

Es ist nicht fair, das Debattenmagazin The European auf Masse zu reduzieren: 1380g wiegen die drei Hefte. Keine leichte Kost, die Alexander Görlach und sein Team zusammengetragen haben. In dieser Woche ist das dritte Heft erschienen.

Dreimal "The European"

Dreimal „The European“

Utopia, Weitermachen und Vollendung: Auch selbstmotivierend klingen die Titel.

Utopisch klang es im Jahr 2012: Ein reines Online-Magazin, das mit unerwartetem Erfolg eine Nische füllte, wagt das Experiment, ein gedrucktes Magazin herauszugeben. Ein neuer Titel, obwohl ringsherum der Niedergang des Prints beobachtet wird.

Nach dem ersten Heft sagten alle begeistert: Weitermachen. Das zweite erschien. Nun ist das dritte da: Vollendung.

Ein klein wenig wie in der Kindheit fühle ich mich, wenn ich die drei Hefte nebeneinander ins Regal stelle: Sammelleidenschaft. Eine Hommage an das lustige Taschenbuch und die Star Wars-Triologie?

Optisch verhält sich der gedruckte The European wie sein Online-Vater: unaufgeregtes, zurückhaltendes Design. Viel Weiß und viel Text.

The European ist kein Coffee-Table-Magazin, das beim Durchblättern alles über den Inhalt verraten hat. Im Gegenteil: Der Leser wird gefordert. Ich gebe offen zu: Mehr als eine Debatte pro Abend verträgt mein Hirn nicht. Zwei aus dem aktuellen Heft will ich vorstellen:

Gefährliches Zögern 

Haben Sie über die Kosten des Zögerns nachgedacht? Wie viele Menschen leiden, verlieren Geld, sterben zu früh oder werden nicht geboren, weil übermäßige Vorsicht, Zaudern und Nicht-Handeln gewonnen haben gegen Erfindergeist, Mut und Tatkraft? Juan Enriquez, früherer Direktor des Harvard Business School Life Sciences Projekts, lenkt in seinem Debattenbeitrag unsere Aufmerksamkeit auf Zauderer und Bedenkenträger. Wenn es diese Menschen früher in größerer Zahl gegeben hätte, wären automobile nicht erfunden und Elektrizität nicht entdeckt worden.

Unvorstellbar 

Die beiden Autoren der Debatte „Ein Leben ohne Fußball“ mühen sich redlich ein Bild von einer Welt zu zeichnen, die ohne Fußball auskommen müsste. Kein Fußball ist auch keine Lösung für die Welt. Denn wir wissen alle, Fußballer sind nicht gottlos: „Viele haben an mich geglaubt: Mein Manager, meine Familie, der Trainer und ganz besonders der liebe Gott.“ (Kevin Kuranyi). Gottlosen und gläubigen Menschen sei die Debatte über Atheismus empfohlen. Und natürlich alle anderen auch.

Das Heft ist für acht Euro am Kiosk und per Versand erhältlich. Wo wird The European im Bahnhofskiosk einsortiert?

Die erste Ausgabe von "The European" in der Auslage einer Bahnhofsbuchhandlung

Die erste Ausgabe von „The European“ in der Auslage einer Bahnhofsbuchhandlung

Gar nicht offensichtlich.

Transparenzhinweis: Herausgeber Alexander Görlach kenne ich seit mehreren Jahren persönlich.

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BarCamps: Mehr Liebe für die Inhalte

Bar Camp 05

Das Bar Camp 05 machte seinem Namen Ehre (Scott Beale on flickr (CC BY-NC 2.0))

Zwei Tage All-you-can-eat-Buffet, Spaß mit Gleichgesinnten in gastfreundlichem Künstlerdorf in der Innenstadt von Essen. Anreise und Übernachtung in Eigenregie. Begrenztes Kartenkontingent, nur 19 Euro pro Person.

Da muss man schnell sein. Die knapp 200 Tickets für dieses Event waren in kürzester Zeit vergriffen. Viele waren ohne Ticket geblieben, weil der Server unter dem Ansturm zusammenbrach. Die Ticketbörse verzeichnete rund weitere 30 Interessenten, viele hatten sich gar nicht erst eingetragen. Es erschien ihnen aussichtslos.

Klingt nach dem Schnäppchen bei einem Online-Portal. Tatsächlich sind dies die Rahmenbedingungen eines der beliebtesten Barcamps Deutschlands, des BarCamp Ruhr, das zum sechsten Mal Anfang März im Unperfekthaus in Essen stattfand.

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Blogger lesen wieder Tageszeitung!

Tageszeitung

Zu viele Blogger schreiben unverständliches und langweiliges Deutsch. Christian und Christian nerven diese langweilige Blogposts, darum ermunterten die beiden die Besucher des BarCampsRuhr6 ab sofort interessanter zu schreiben.

„Schöner bloggen – kleine Schreibschule“

Wie Schulaufsätze seien viele Berichte verfasst, die nach einem BarCamp entstehen: Lange Anleitungen übers Kofferpacken, detailreiche Schilderungen der hinlänglich bekannten Verspätungen bei der Bahn und ausdrucksschwache Freude über das Klassentreffen. Die wesentlichen Informationen werden von den Autoren im letzten Absatz und komplizierten Nebensatzkonstruktionen versteckt, kritisiert Christian Dingler. Christian de Vries sammelte symbolisch Satzzeichen ein: „Gebt mit bitte Eure Kommata!“ Alles lesen

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Montagskaffee am Brandenburger Tor

Ende Februar 2013. So einen trüben Winter hatten wir seit Jahren nicht mehr, ermittelten die Experten des Deutschen Wetterdienstes. Das persönliche Wochenende war wegen des fehlenden Frühlings nicht so erholsam wie gewünscht. Um einen herum nur Dunkelheit, nicht nur gefühlt, sondern wissenschaftlich erwiesen.

Und dann ist er da: Der Montag. Fremd fühlt er sich an. An solchen Tagen belohne ich mich dann und wann mit einem kleinen Umweg auf dem Weg zur Arbeit.

Das Brandenburger Tor präsentiert sich auch an dem grauesten Montagmorgen eindrucksvoll. Der neue Ausgang am Bahnhof Brandenburger Tor führt den Reisenden direkt dorthin. Die massiven Säulen graben sich in den märkischen Sand, die Straße des 17. Juni und die Siegessäule wachsen mit jeder Treppenstufe am Horizont. Schließt man die Augen hört man die Pferde der Quadriga schnauben. Auch wenn Montag ist. Mit seiner Pracht nimmt das Tor den Platz ein. Magisch zieht es dich an. Alles lesen

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Mierscheid feiert 80. Geburtstag

Porträt von Jakob Maria Mierscheid (1940er Jahre)

Porträt von Jakob Maria Mierscheid

Heute wurde durch den Bundestagspräsidenten in öffentlicher Sitzung bestätigt, dass der Abgeordnete Jakob Maria Mierscheid weiterhin Mitglied der SPD-Fraktion ist. Bundestagspräsident Norbert Lammert erinnerte an den Geburtstag des Morbacher Abgeordneten, der sich am heutigen 1. März zum 80. Male jährte.

Auf die Jungfernrede des langjährigen Abgeordneten warten Beobachter in Berlin immer noch. Der Transparenzplattform abgeordnetenwatch.de ist der Parlamentarier unbekannt. Wohl nicht nur aus diesem Grunde wurde ihm in den Jahren seiner Zugehörigkeit zum Bundestag noch keine einzige Bürgerfrage gestellt. Ein direkter Anruf in seinem Abgeordnetenbüro ist nicht möglich. Er nennt auf seinem Briefpapier nur die Telefonnummer der Zentrale. Alles lesen

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