PiDisplay: Nachrichten, Kalender, Wetter und mehr mit dem RaspberryPi (Teil 1)

Ein weiterer RaspberryPi in unserem Haushalt wird für ein »Infodisplay« eingesetzt. Das erste Exemplar gewährt alle fünf Minuten einen Blick aus unserem Fenster zur Straße. Der zweite dient als Wiedergabegerät für Videodateien und hat einen gleichberechtigten Platz neben dem AppleTV gefunden.

PiDisplay

PiDisplay mit Informationen zur U8

In der Küche werden die wichtigsten Informationen des Tages für alle Familienmitglieder mit Hilfe eines Raspberry Pi Model A bereitgestellt. Auf der Suche nach einem kleinen preiswerten Display stieß ich auf einen 7 Zoll Auto LCD Farb-Monitor, der im Auto für nachgerüstete Rückfahrkameras benutzt wird. Das A-Modell ist für diese Zwecke ausreichend, da ohnehin nur ein WLAN-Dongle als USB-Gerät benötigt wird.

Das Gerät besitzt einen Compositive-Video-Eingang. Die Darstellung ist zweifellos unscharf, wenn man diese zum Beispiel mit einem iPhone oder herkömmlichen Computermonitor vergleicht. Auch die Auflösung ist eher mau, aber trotz intensiver Recherche fand ich kein preislich akzeptables Display, das nicht allzu groß daher kommt. Auf Bastellösungen mit gebrauchten Kassendisplays, die bei eBay angeboten werden, hatte ich keine Lust. 150 US-Dollar für die HDMI-Variante über Adafruit (plus Versand und ggf. Zoll) erschien mir zu teuer.

Das gewählte Stück kostete bei Amazon knapp 40 Euro und kam gleich mit passendem Netzteil. Die Versorgungsspannung beträgt 12 Volt. Es werden somit zwei Netzteile eingesetzt: eins fürs Display (12 V) und eins für den Pi (5 V).

7 Zoll LCD Farb-Monitor, incl. Befestigung und Netzteil

Angezeigt werden Infos zu BVG und S-Bahn, die Nachrichten des Deutschlandfunks und des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB), das aktuelle Bild der Webcam, Wetterinfos vom Flughafen Tegel via Weather Underground, die Termine der aktuellen und der kommenden Woche aus dem OwnCloud-Familienkalender.

Hartnäckiger Bildschirmschoner

Die anspruchsvollste Aufgabe war es übrigens, den Bildschirmschoner für den XServer zu deaktivieren. Die Suche in diversen Foren, Anleitungen und Blogs ergab, dass es viele Möglichkeiten der Deaktivierung gibt, die allerdings einzeln offensichtlich wirkungslos sind. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich nicht mehr genau nachvollziehen kann, wie konkret ich den Bildschirmschoner des RaspberryPis abgestellt habe. Es hat mich jedenfalls viele Stunden und noch mehr Nerven gekostet.

Entscheidend war am Ende der Eintrag in der Autostart-Datei des LDXE (/etc/xdg/lxsession/LXDE/autostart).

#@xscreensaver -no-splash
 @xset s off
 @xset -dpms
 @xset s noblank

Weitere Einträge in anderen conf-Dateien habe ich auch noch vorgenommen, geholfen hatte das nichts. Auch der Versuch, einen frisch installierten Bildschirmschoners zu deaktivieren, half nicht weiter. Ob es allein mit diesen Einträgen funktioniert, habe ich nicht ausprobiert. Die singulär nicht zum Erfolg führenden Einträge habe ich nicht gelöscht.

Manchmal hilft es wohl in der /etc/lightdm/lightdm.conf im Bereich [SeatDefaults] folgende Zeile einzutragen.

xserver-command=X -s 0 -dpms

Browser-Auswahl

Für die Darstellung probierte ich den minimalistischen Browser kweb. Der hatte jedoch Probleme mit den mobilen Seiten der Bahn und der BVG. Nach einigen Aufrufen beendete der Browser die grafische Oberfläche komplett und warf die Anzeige auf die Kommandozeile zurück. Stabil verhält sich Chromium, die Linux-Variante von Google Chrome, die einfach mit

sudo apt-get install chromium-browser

installiert wird. Ausgestattet mit einer Erweiterung, die einen iPhone-Safari-Browser vorgibt, lassen sich auch die mobilen Webseiten der großen Newsportale mit dem Chrome darstellen. Allein eine kleine Bildschirmauflösung verhindert die Anzeige der Desktop-Version nicht.

Mit zwei Zeilen in der LDXE-Autostart wird der Chromium mit dem Start des XServers im Vollbildmodus (Kiosk) aufgerufen. Die gewünschte HTML-Seite wird zuvor als Startseite festgelegt.

@sed -i 's/"exited_cleanly": false/"exited_cleanly": true/' ~/.config/chromium/Default/Preferences
@chromium --noerrdialogs --kiosk

Die Zeilen stammen von diesem hilfreichen Tutorial, die weitere Hinweise zum Bildschirmschoner haben. Ob die erste Zeile nötig ist? Ich weiß es nicht, offenbar schadet sie nicht.

Den Monitor verwende ich um 90 Grad gedreht. Das wird einfach erledigt durch eine Zeile in der config.txt.

display_rotate=1

Im zweiten Teil werde ich erläutern, wie ich die Kalenderdaten des OwnCloud-Kalenders, die Feeds der Nachrichtenportale und die Wetterinformationen von wunderground.com anzeige. Zudem kann die »Präsentation« der Informationen mit einfachen Mitteln abhängig von der Tageszeit verändert werden.

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3 Reaktionen auf “PiDisplay: Nachrichten, Kalender, Wetter und mehr mit dem RaspberryPi (Teil 1)

  1. Pingback: Results for week beginning 2013-07-29 | Iron Blogger Berlin

  2. Hallo,

    bin heute über eine Websuche auf eure Seite gestossen. Sehr interessantes Projekt mit der RaspPi-Cam. Leider scheint sie keine Bilder mehr zu liefern und das ‚Tagesvideo‘ lässt sich ebenfalls nicht mehr ansehen oder herunterladen.

    gruss,
    Andreas

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