Wie bekomme ich eine US-IP-Adresse?

verfügbare WLAN-Netze

Neben meinem Standard-WLAN nun auch ein US-Netz verfügbar.

US-Serien kann man in Deutschland über ein Zusatzpaket des Pay-TV-Senders Sky empfangen. Benötigt wird Sky Atlantic HD. Die Tarifstruktur von Sky habe ich nicht verstanden. Zu lange Vertragslaufzeiten, zu kompliziert.

Die Alternative: Netflix. Derzeit US-$ 7.99 für einen Monat bei monatlicher Kündigungsfrist.

Leider liefert Netflix seine Streams zahlungswilligen Kunden nicht an eine deutsche IP-Adresse aus. Im Netz kursieren zahlreiche Anleitungen wie man sich eine US-IP-Adresse in Deutschland verschafft. Grundsätzlich lassen sich drei Wege unterscheiden:

  • Änderung des DNS-Eintrages durch Dienste wie unlocator.com
  • Installation eines eigenen VPN-Servers in den USA
  • Nutzung eines VPN-Dienstes wie blackvpn.com

Die DNS-Variante

Ohne großes Selbstlob darf ich behaupten, dass sich meine Netzwerkkenntnisse über dem Durchschnitt des deutschen Internetnutzers bewegen. Aber immer noch deutlich unterhalb eines ausgebildeten Fachmanns auf diesem Gebiet.

Ohne DNS-Server wüsste mein Rechner nicht, welche IP-Adresse sich hinter einer Domain verbirgt. Mit Diensten wie unlocator.com wird nicht mehr der Standard-DNS-Server des Zugangsproviders benutzt, sondern ein spezieller, der die Anfrage anders beantwortet.

Damit der Dienst funktioniert, muss er die aktuelle IP-Adresse meines Anschlusses kennen. Jedes Mal, wenn ich von meinem Zugangsprovider eine neue IP-Adresse bekomme, muss diese dem Unlocator-Dienst mitgeteilt werden. Damit ist der Dienst quasi an meinen Anschluss gebunden und kann unterwegs nicht genutzt werden. Außerdem werden nur für ausgewählte Dienste die Geosperren umgangen.

Das ungute Gefühl, alle Anfragen über diesen DNS-Dienst laufen zu lassen, könnte man mit einem zweiten Router ausräumen. Auch wenn mein Internetanbieter mir nicht alle 24 Stunden eine neue IP-Adresse verpasst, ist das für mich insgesamt keine geeignete Lösung.

Der eigene Server

Für wirklich kleines Geld bietet atlantic.net einen Cloud-Server mit Ubuntu 12.04 LTS in den USA an. Dort erhält man eine feste IP-Adresse, 20 MBit/s Bandbreite, 1 vCPU und 512 MB RAM für rund fünf US-Dollar monatlich, ohne Kündigungsfrist. Mit Hilfe der zahlreichen Tutorials im Netz habe ich dort an einem Nachmittag einen OpenVPN-Server eingerichtet. Mit der Software „Tunnelblick“ für OS X war der Mac mit dem Server verbunden. @vieuxrenard hatte mich kurz vor Silvester auf diesen Weg hingewiesen. Kurz zuvor hatte ich allerdings ein Jahresabo bei blackvpn.com abgeschlossen, so dass ich die Einrichtung auf einem DD-WRT-Router nicht weiter verfolgt habe.

Das US-WLAN

Als sich meine Nachbarn auf einen längeren Auslandsaufenthalt in einem Land vorbereiteten, das keinen freien Zugang zum Internet bietet, habe ich mich erstmals mit VPN-Anbietern auseinander gesetzt. Die Nachbarn waren auf der Suche nach einem VPN, das ihnen im Ausland eine deutsche IP-Adresse bietet, um Angebote zu nutzen, die hier selbstverständlich sind. Dort wo sie das Amt hinschickt, jedoch nicht.

Hier in Deutschland ist ein VPN-Tunnel nützlich, um beispielsweise Netflix oder Hulu sehen zu können. Ich probierte damals hidemyass.com aus. Trotz der vielen Server, der einfachen Software und des günstigen Angebots anlässlich der Olympischen Spiele 2012 überzeugt mich das nicht. Zu viele Abbrüche, zu geringe Bandbreite. Die Sportkanäle der BBC waren keine Freude damit. Wie die aktuelle Situation bei diesem Anbieter ist, weiß ich nicht.

Durch einen Hinweis von @compuccino fand ich im Dezember 2013 den Blogbeitrag von Felix Schwenzel über blackvpn.com. Ich wollte das sofort ausprobieren. Es kam daher für mich nicht infrage, auf den Lieferung eines Routers aus den USA zu warten und vielleicht noch Zollgebühren bezahlen zu müssen.

Ich erinnerte mich, dass in irgendeiner Kiste mit Elektroschrott noch ein Linksys WRT54G-Router schlummerte, der zwei Umzüge und zwei Anbieterwechsel überstanden hatte. Ich lernte etwas über 30/30/30 hard resets und die verschiedenen Versionen der DD-WRT-Firmware.

Mit den Zugangsdaten und dem Startscript von blackvpn lief der Router. Leider aber nur mit Bandbreiten von ca. 1 MBit/s. Das lag nun weder an meinem Internetzugang oder an blackvpn, sondern an der altersschwachen Hardware des Linksys-Routers. Die Speicherauslastung betrug durchgehend 99%. Also musste ein neuer Router her. Meine Wahl fiel auf den Asus RT-N16, der in meinen Augen das beste Preis-Leistungsverhältnis hat und zudem im DD-WRT-Wiki gut beschrieben ist.

Mit einem US-Account bei iTunes, den ich mir vor einigen Jahren bei einem Besuch in den USA angelegt hatte, erscheint auf meinem AppleTV auch die Netflix-App. US-Serien-Genuss auf dem heimischen TV und unterwegs auf dem iPad sind nun gleichermaßen möglich.

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Eine Reaktion auf “Wie bekomme ich eine US-IP-Adresse?

  1. Da mir tatsächlich für Streaming (insbesondere von HD-Inhalten) unsere Bandbreite nicht ausreicht, habe ich jetzt den Weg über einen US-iTunes-Account gewählt und den mit via eBay erworbenen Geschenkgutscheinen aufgeladen. Geht auch ganz gut, ist aber natürlich teurer.

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