Kettenbrief für Blogger…

Kettenbrief im Internet-Zeitalter ( CC BY-NC-SA 2.0 via dwarslöper on flickr)

Kettenbrief im Internet-Zeitalter ( CC BY-NC-SA 2.0 via dwarslöper on flickr)

Vor dem Internet-Zeitalter wurden Kettenbriefe hauptsächlich mit der Post verschickt. Im Internet-Zeitalter heißen manche Kettenbriefe „Blockstöckchen“. Ein solches wurde mir von Franziska zugeworfen. Der Fang liegt schon ein paar Tage zurück. Kurz und knapp meine Antworten:

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Die gewöhnliche Hausgans

Per E-Mail erreichte mich dieser Text zu meiner Märchen-Blogparade.

Die gewöhnliche Hausgans

Die gewöhnliche Hausgans (ripperda on flick.com (CC BY 2.0))

Es war einmal eine schöne, weiße ganz gewöhnliche Hausgans. Sie war immer etwas ängstlich und unglücklich, wusste aber nicht, warum.

Sie lebte mit vielen anderen schönen, weißen ganz gewöhnlichen Hausgänsen auf einem großen Bauernhof. Den Bauern bekamen sie selten zu sehen. Nur manchmal kam er kurz vorbei, blickte alle Gänse ganz genau an und nahm eine mit.

So lebten sie alle sicher und zufrieden.

Jeden Tag kam ein Junge, der Gänsehirte. Er führte sie morgens auf eine saftige Wiese, dort konnten sie fressen, so viel sie wollten und ruhen, solange sie wollten. Abends brachte er sie wohlbehalten zurück. Denn der Gänsehirte passte immer gut auf sie auf. Kam einmal ein schlauer Fuchs herangeschlichen, verscheuchte er diesen mutig mit seinem langen, starken Hirtenstab. Das gelang ihm fast immer.

Auf dem Weg zum Bauernhof achtete er ganz besonders darauf, dass die Gänse nicht zu Nahe an einen Abgrund kamen. Denn das wäre gefährlich! Die weißen, gewöhnlichen Tiere könnten hinab fallen und dann sterben. Denn es wurde ihm gesagt, dass Gänse dumm seien.

Eines Tages kam wieder ein Fuchs. Diesmal schlich er nicht langsam heran, sondern er stürzte sich ganz plötzlich auf die vor sich hinschlummernde Gänseherde. Selbst der Hirtenjunge hat diesen hinterhältigen Überfall nicht kommen sehen.

Aufgeregt stoben alle Gänse auseinander, jede in eine andere Richtung.

Die ängstliche, unglückliche, weiße Hausgans lief in ihrer Panik schnurstracks in die Richtung eines tiefen Abgrundes. Der Fuchs eilte hinter ihr her. Er kam immer näher und näher.

Als sie nun vor der abgrundtiefen Schlucht stand, schien ihr Leben ein Ende zu nehmen.

Plötzlich hörte sie über sich, hoch in den Lüften, ein Rufen: „Komm, flieg! Du kannst doch fliegen!“

Es war eine graue, zähe Wildgans.

„Wag es, flieg! Du bist ein Vogel, du hast Flügel, gebrauche deine Flügel! Wag es, flieg!“

Als der Fuchs schon ganz nahe war und er grad zum Sprung ansetzte, riss die weiße Hausgans die Augen auf, breitete zum erstmal in ihrem Leben ihre Flügel aus, vergaß dabei ihre Furcht, setzte einen Schritt über den Abgrund hinaus – und flog und flog und flog, soweit sie nur konnte.

Sie flog und flog und flog. (saturn ♄ on flickr (CC BY-SA 2.0)

Sie flog und flog und flog. (saturn ♄ on flickr (CC BY-SA 2.0)

Die ersten Flügelschläge waren schwierig, ungewohnt und sehr anstrengend – und kurz tauchten Zweifel auf.

Doch je mehr sie in die Höhe und in die Weite flog, je mehr sie von der wunderbaren Welt sah und je mehr andere graue Wildgänse an ihrer Seite sie begleiteten, desto freudiger und glücklicher wurde sie in diesem aufregenden, gefahrenvollen Leben.

Und aus der ängstlichen Hausgans wurde eine glückliche Wildgans, die jeden Tag ungewöhnliche Abenteuer erlebte.

Wildgänse

Wildgänse (saturn ♄ on flickr CC BY-SA 2.0)

Die Autorin dieses Märchens ist Erika Fruth. Sie arbeitet als Sprachgestalterin/Sprachtherapeutin in München. 

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Märchen-Blogparade: Es war einmal …

… ein Aufruf zu einer Blogparade, der zum Ziel hatte, viele neue Märchen zu sammeln.

Verlängert bis 18.5.2013!

Gelegentlich habe ich an Blogparaden zu ernsten oder lustigen Themen teilgenommen, mal war auch die Aussicht auf einen Gewinn, Anlass genug mitzumachen.

Die Märchen-Blogparade ist mein erster Versuch, selbst eine solche Reihe ins Leben zu rufen. Eure Aufgabe ist es, ein Märchen zu schreiben. 200 Jahre nach dem Erscheinen der Märchen der Gebrüder Grimm trägst Du dazu bei, diese Erzählform am Leben zu erhalten.

Die Brüder Grimm von Elisabeth Jerichau-Baumann [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Gebrüder Grimm (Gemälde von Elisabeth Jerichau-Baumann, Nationalgalerie Berlin) veröffentlichten von 200 Jahren ihre Sammlung von Kinder- und Hausmärchen.

Der Text soll die klassischen Gattungsmerkmale eines Märchens erfüllen. Dies sind unter anderem:

  • Der Text beginnt mit »Es war einmal…« und enden mit »… und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.«
  • Raum und Zeit sind unbestimmt.
  • Die Geschichte wird im Präteritum erzählt.
  • Im Mittelpunkt steht ein Held, der aus einer schwierigen Situation gerettet werden muss oder andere aus  einer solchen Situation befreit.
  • Die Figuren entbehren jeder Individualität (»ein König«, »ein Schneiderlein« oder »ein Müller«).
  • Bestimmte Zahlen spielen eine Rolle: drei und sieben, aber auch die 13 als Unglückszahl.
  • Die Rollen von gut und böse sind klar verteilt.
  • Tiere oder Gegenstände können sprechen und kommunizieren mit den Menschen.
  • Das Gute gewinnt am Ende der Erzählung.

Weitere Hinweise, wann eine Erzählung ein Märchen ist, findet Ihr auf dieser Seite.

Zu den Regeln: 

  • Bitte schreibt Eure Beiträge bis zum  10. Februar 2013 11. Mai 2013.
  • Verlinkt dazu in Eurem Text auf diesen Post (per Pingback). Zur Sicherheit bitte ich um einen kurzen Kommentar unter diesem Text mit dem Link.
  • Wer (noch) keinen eigenen Blog hat, aber gerne mitmachen möchte, kann den Text auch bei mir veröffentlichen. Bitte in diesem Fall einfach eine kurze Mail an maerchen@hildwin.de
  • Zu gewinnen gibt es – außer Ruhm und Ehre – nichts.

Ich freue mich auf Deinen und Deinen und Deinen Beitrag.

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Kant und die Netiquette

»Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.«
Immanuel Kant

Damit ist schon alles gesagt – und der Text könnte hier aufhören.

Das wäre unhöflich. Entschuldigung. Ich habe überhaupt nicht erwähnt, worum es gehen soll.

»Was sind Ihre Top 3-Regeln für Kommunikation im Netz?«, fragt die Internet-Enquete in einer Blogparade.

Bevor wir uns der Beantwortung dieser Frage nähern, sollten wir klären, welche Top-3-Regeln der Offline-Kommunikation allgemein anerkannt sind. Es wird schwer werden, da einen allgemeingültigen Konsens zu finden. Zu vielschichtig und zu verschieden sind die kommunikativen Möglichkeiten offline: persönliche Begegnung, Telefongespräch oder Brief – eins zu eins oder eins zu viele.

Noch viele weitere Kombinationen sind denkbar, die sich wiederum fast alle auf das Netz übertragen lassen und sich dort in verschiedenen Formen wiederfinden. Videokonferenz, Chat, E-Mail, Blogpost, Facebook-Nachricht oder Youtube-Video sind nur einige Beispiele von Kommunikation, für die ich ein Offline-Äquivalent finden könnte.

Betrachtet man Netzkommunikation als Aliud zur Offline-Kommunikation, dann müssten tatsächlich besondere Regeln für diese aufgestellt werden. Diese Regeln unterschieden sich von anderen Kommunikationsregeln grundsätzlich in ihrem Wesen.

Netzkommunikation ist effizienter und schneller, aber im Grundsatz nicht anders.

Im Alltag geht nicht jeder in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit mit seinem Gegenüber immer so um, wie sie selbst behandelt werden will. Das ist bedauerlich, aber menschlich. Wenn wir online sind, uns asynchron, schriftlich und mit elektronischen Hilfsmitteln äußern, dann passieren solche Fehler auch.

Egoismus – nicht nur im Netz

Leistungsdruck, Stress und Egoismus führen dazu, dass immer mehr Rüpel ihre Ellenbogen ausfahren. Das Ich steht über der Gemeinschaft – wer denkt auch noch an die Gesellschaft, wenn er Maximales für’s Ego erreichen will. Jeder sucht sich seine eigene Ideologie, weil die großen ideologischen Streitigkeiten vorüber sind. Menschen können eine Ich-Bezogenheit entwickeln, die sie für andere Menschen schwerer erträglich macht.

Uncle Eph's first and only car on parade

Onkel Eph präsentiert bei dieser Parade seine Einzigartigkeit (Boston Public Library on flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0))

Dieser Egoismus lässt sich auch im Netz häufig beobachten. Die eigene Meinung geht über alles und andere haben keine Peilung. Da kann dann auch schnell einmal die eigene Ungeduld in Hass und Missgunst umschlagen.

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Blogparade: Dein wichtigster Ort der Welt

Der wichtigste Ort der Welt? Das ist mein Zuhause. Da können wohl viele zustimmen. Bausparfüchse von Schwäbisch Hall ohnehin.

Aber ist Zuhause gleich Zuhause? Nein, denn im Laufe meines Lebens hat das Zuhause, die Definition von “Zuhause” und die Bedeutung von “Zuhause” häufiger gewechselt. Mal war es nur eine kleine Unterkunft für Studium oder Job, mal der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, mal Heimat.

Richtig gemütlich wird das Zuhause, wenn es Teil der eigenen Heimat ist.

Ich bin in der Stadt groß geworden, keine große Stadt, aber eine Großstadt. Hildesheim hat die erforderlichen 100.000 Einwohner mit ein paar Eingemeindungen 1972 gerade so geschafft. Unsere Wohnung, in der ich groß geworden bin, war 10 Minuten zu Fuß vom Rathaus, von den Geschäften und von dem großen Kaufhaus entfernt. Der Schulweg war auch nicht länger. In der engen Einbahnstraße habe ich gelernt auf der linken Seite rückwärts mit dem Auto einzuparken. Eine Fähigkeit, die mir auch heute noch manchmal einen Vorteil verschafft.

Stadtkind bin ich immer geblieben. Inzwischen wohne ich in der größten Stadt unseres Landes – und kann mir derzeit nicht vorstellen, dauerhaft nicht in einer Stadt zu leben. Urlaub am Meer geht immer, da brauche ich keine Stadtluft. Dennoch: Nach einigen Wochen – spätestens – fehlt mir die Stadt.

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Blogparade: mein Zeugnis in der Grundschule

Die Romy (snoopsmaus) lässt mich wohl zum Fan von Blogparaden werden. Dies hier ist jedenfalls die zweite, an der ich teilnehme. Auf beide wurde ich aufmerksam über Romys Blog.

Unser gemeinsames Thema: Grundschulzeugnisse. Meine Einschulung war im Herbst 1972. Ich nehme an, einige Leser waren da noch gar nicht geboren.

Ernüchternd: Meine Grundschulzeugnisse verraten nichts über mein Wesen damals. Eine schriftliche Beurteilung gab es nicht. Die Kopfnoten beschränkten sich auf ein „gut“ bei Verhalten in der Schule und ein weiteres „gut“ in der Kategorie „Beteiligung im Unterricht“. In der zweiten Klasse hat man auch das noch abgeschafft. Alles lesen

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