Christus mansionem benedicat 20*C+M+B+13

20*C+M+B+13

Ein Stern, die Jahreszahl und drei Kreuze für die Dreifaltigkeit [20*C+M+B+13]

Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Hildegard segneten mit den traditionellen Buchstaben CMB und der Jahreszahl 2013 heute unsere Wohnung. Sie kommen nicht nur in katholische Haushalte, sondern zu jedem, der den Segen empfangen möchte.

»Christus mansionem benedicat« bedeutet »Christus segne dieses Haus«. Vier Kinder, begleitet von einem erwachsenen »Kamel«, sangen mit uns und erzählten uns viel über die diesjährige Sammelaktion des Kindermissionswerkes.

Die Kinder sind gekleidet in Königsgewänder und repräsentieren die drei Weisen aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar. Das vierte Kind trägt den Stern. In größeren Städten kommen die Sternsinger in der Regel auf Bestellung. Erkundigen Sie sich bei der nächstliegenden katholischen Kirchengemeinde.

42,4 Millionen Euro sammelten Sternsinger bei der Aktion 2012 in Deutschland, davon in St. Hildegard über 20.000 Euro.

Sternsinger 2013

Sternsinger-Aktion 2013

Unsere Spende hilft mit, die medizinische Versorgung in Tansania zu verbessern. Nur sehr wenige Ärzte arbeiten dort, die Wege für Patienten zum nächsten Arzt oder Krankenhaus sind sehr weit, oft über 100 km. Mit dem Geld soll ein geländegängiger Krankenwagen finanziert werden.

Die Kinder berichteten uns, dass sie sich seit November auf die Sternsinger-Aktion 2013 vorbereitet hatten. Unter anderem mit diesem Film, in dem Kinderreporter Willi die Lebenssituation in Tansania beschreibt.

In Tansania leben 41 Millionen Menschen. Das Land liegt in Ostafrika am Indischen Ozean und ist etwa 2,5-mal so groß wie Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt nur 578 US-Dollar.

Tansania (CC BY-SA)

Tansania (Screenshot: Wikipedia CC BY-SA)

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Ich bin Organspender

»Das Kind war nicht mehr zu retten. Nur noch seine Organe.«
Süddeutsche vom 2.11.2012

Die Organspende gehört zu den emotionalsten Themen in der Debatte über die Möglichkeiten der Medizin. Es ist eine grandiose Vorstellung, am Ende seines Lebens anderen helfen zu können. Dabei helfen zu können, dass ein anderer wieder ein lebenswerteres Leben hat. Für Eltern, die ihr Kind verlieren, kann dies die vielleicht einzige Antwort auf die sinnlose Frage nach dem Sinn des Verlusts ihres Kindes sein.

Auch die Hoffnung eines Kranken mit einer Transplantation eines geschädigten Organs wieder ein hoffnungsvolleres Leben führen zu können, ist nur allzu verständlich.

Der Bundestag hat sich nach langer Debatte dafür entschieden, die Bürger mindestens einmal im Leben mit der Entscheidung zu konfrontieren, ohne sie zu einer Entscheidung zu zwingen. Das entsprechende Gesetz ist gestern in Kraft getreten.

Bedauerlicherweise haben diesen guten Plan einige Mediziner hintertrieben. Sie haben die Kriterien für ihre Patienten hingebogen, teilweise auch zu ihrem eigenen Vorteil. Ein paar Plätze auf der Warteliste nach oben rutschen. Oder ein Organ vielleicht ohne Warteliste erhalten.

Wer, warum und wann welches Spenderorgan erhält, ist ohnehin nur nach scheinbar objektiven Kriterien zu definieren. Vollständige Objektivität gibt es nicht, schon gar nicht hier – auf diesem von permanentem Mangel geprägten »Markt«.

Bei allen Appellen an die Spendebereitschaft: Es wird nie genug Organe geben. Solange Doktor McCoys blinkender Salzstreuer nicht tatsächlich Organe nachwachsen lassen kann, solange wird es Menschen geben, die an einer Krankheit sterben. (Selbst bei Pille wird gestorben: „He’s dead, Jim!„) Sie sterben, weil sie unheilbar krank sind. Ein rettendes Organ ist ein Geschenk, für Christen ein Geschenk Gottes. Niemand ist verantwortlich dafür zu machen, dass gerade dieser Mensch kein Spenderorgan erhalten hat.

Die Debatte um die Organspende ist auch deshalb so kompliziert, weil das Ende des Lebens nicht nach objektiven Kriterien zu definieren ist. Jedenfalls dann nicht, wenn es um Organspende geht: Das Herz, die Niere oder die Leber müssen frisch sein, durchblutet und voller Energie. Der Spender hingegen tot. Ein eigentlich nicht aufzulösender Gegensatz. Wenn der Spender »richtig« tot ist, sind seine Organe nur noch für die Kollegen von Prof. Börne interessant.

Organspenderausweis

„nach meinem Hirntod“ Organspenderausweis

1996 als das Transplantationsgesetz im Bundestag erarbeitet wurde, habe ich am Gruppenantrag Klaeden/Schmidt-Jortzig (Drs. 13/6591) mitgearbeitet. Die Grundzüge der erst jetzt beschlossenen Entscheidungslösung haben wir damals gefordert, ohne Erfolg allerdings.

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«Mein Herr und mein Gott!»

Ob Thomas wirklich den Finger in die Wundmale legte wie die Darstellungen in der Kunst uns glauben lassen wollen? Nach dem Johannes-Evangelium antwortete der zuvor noch Zweifelnde nicht mit einer Untersuchung der Auferstehung, sondern mit einer kräftigen Glaubensbezeugung: Mein Herr und mein Gott!

Der ungläubige Thomas

Der ungläubige Thomas, Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1601-02 (Public Domain/Wikicommons)

Für eine bildliche Darstellung nicht geeignet. Wie kann man sich heute auf Ostern vorbereiten? Mein Weg: „Sieben Wochen ohne“. Freiwilliger Verzicht in der Passionszeit auf Alkohol und Süßigkeiten.

Bei der Abschiedsparty der lieben Kollegin verzichtete ich auf das Glas Prosecco, im Getränkemarkt habe ich zwar den Kasten Einbecker Mai-Urbock gekauft, aber er steht noch unberührt im Keller. Sonntags verzichtete ich auf das liebgewordene Glas Wein zum Mittagessen. Und auch an das Feierabendbier hatte ich mich mehr gewöhnt als ich mir selbst eingestanden hatte: Der Verzicht fiel mir zumindest in der ersten Zeit nicht wirklich leicht.

Und der Verzicht auf Süßigkeiten? Eine Definitionsfrage. Süßigkeiten definiere ich als industriell hergestellte Waren mit viel Zucker und Schokolade. Andere Fastende sehen Kuchen bereits als Süßigkeit an und verzichten auch darauf. Ich nehme mir die Freiheit, darüber selbst zu entscheiden. Nicht Enthaltsamkeit als „gutes Werk“ bewahrt mich vor der Hölle. Die Freiheit des Christenmenschen im Sinne Luthers eröffnet mir auch die Freiheit, Fastenmensch zu sein.

Was bleibt, ist die Frage nach dem Warum. Im Verzicht der Fastenzeit liegt „die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist. Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte.“ So überzeugend einfach erklärt die Fastenaktion der evangelischen Kirche das Fasten.

Und der Glaube? Der ist im Allgemeinen trotz aller Debatten um Säkularisierung und Entchristlichung der Gesellschaft fest. Meine Überraschung am Karsamstag: Selbst die linke Wochenzeitung „der Freitag“ will die 10 Gebote weitgehend erhalten.

Gestärkt durch die Passionszeit erwarte ich voller Hoffnung die Osternacht.

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Happy Reformationstag!

Eine kleine Luther-Figur der Installation des Künstlers Ottmar Hörl begleitete am heutigen Reformationstag den Gottesdienst in meiner Kirche in Berlin-Frohnau. Sie war Teil eines temporären Kunstwerks auf dem Marktplatz von Wittenberg. Unsere Pfarrerin hat eine der 800 Lutherfiguren erworben. Normalerweise steht sie auf der Terrasse ihres Hauses. Heute im Gottesdienst.

Luther in der Johanniskirche Frohnau

Luther in der Johanniskirche Frohnau

Bei dieser Gelegenheit erinnere ich an die 95 Thesen Luthers, die heute vor fast 500 Jahren an die Tür der Schlosskirche geschlagen wurden.

Die gleiche Macht, die der Papst bezüglich des Fegefeuers im allgemeinen hat, besitzt jeder Bischof und jeder Seelsorger in seinem Bistum bzw. seinem Pfarrbezirk im besonderen.

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Ein hörendes oder gehorsames Herz

Der Deutschland-Besuch des Papstes ist vorbei. Der Rummel, die Sicherheitsmaßnahmen, die Großveranstaltungen und die Gottesdienste sind Geschichte. Für viele Katholiken hat die Anwesenheit, die Nähe zum Papst eine besondere Bedeutung. Ich freue mich für sie, wenn die Begegnung mit dem Papst sie ihn ihrem Glauben gestärkt hat. Es ist ein überzeugender Glaubensbeweis, wenn sich überall in Deutschland zehntausende Christen gemeinsam versammeln und beten.

Auch ich bin immer wieder berührt, wenn ich in Gemeinschaft mit anderen meinen Glauben bezeugen kann. Besondere Bedeutung hat für mich jedoch der Vers aus dem Matthäus-Evangelium:

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Math 18,20)

Das ist das Besondere des evangelischen Glaubens, dass es eben nicht der Kirche bedarf, um seinen Glauben zu bezeugen.

Keiner soll alleine glauben.

Keiner soll alleine glauben. (Michael Panse on flickr.com (CC BY-ND 2.0))

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Schmerzlicher Abschied

Ich habe Abschied genommen. Ein Abschied, der schmerzte. Die Stunde des Abschieds hatte viel Unversöhnliches, obwohl sie vermutlich als Versöhnungsgeste gedacht war.

Entpflichtung. Bürokratisches Kirchendeutsch.

Vorher hatte ich dieses Wort noch nie benutzt, nicht einmal gehört. Der Pfarrer hat Konsequenzen gezogen und sich vorzeitig von seiner Gemeinde getrennt. Von seiner Gemeinde, die nach dem Willen vieler in ihrer Leitung nicht mehr seine sein sollte. Er wurde entpflichtet, nicht verabschiedet.

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