Wie bekomme ich eine US-IP-Adresse?

verfügbare WLAN-Netze

Neben meinem Standard-WLAN nun auch ein US-Netz verfügbar.

US-Serien kann man in Deutschland über ein Zusatzpaket des Pay-TV-Senders Sky empfangen. Benötigt wird Sky Atlantic HD. Die Tarifstruktur von Sky habe ich nicht verstanden. Zu lange Vertragslaufzeiten, zu kompliziert.

Die Alternative: Netflix. Derzeit US-$ 7.99 für einen Monat bei monatlicher Kündigungsfrist.

Leider liefert Netflix seine Streams zahlungswilligen Kunden nicht an eine deutsche IP-Adresse aus. Im Netz kursieren zahlreiche Anleitungen wie man sich eine US-IP-Adresse in Deutschland verschafft. Grundsätzlich lassen sich drei Wege unterscheiden:

  • Änderung des DNS-Eintrages durch Dienste wie unlocator.com
  • Installation eines eigenen VPN-Servers in den USA
  • Nutzung eines VPN-Dienstes wie blackvpn.com

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Chris Potter live at The Village Vanguard: Anhören!

The Village Vanguard (Foto: scottlenger on flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

The Village Vanguard (Foto: scottlenger on flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

Clubs, die einem in einem Reiseführer empfohlen werden, stufe ich normalerweise als Touristenhöllen ein. Oder sie haben ihre beste Zeit längst hinter sich und dienen nur noch als zweitklassiger Abklatsch für die Gäste der Stadt.

Wirklich nichts dergleichen trifft auf The Village Vanguard zu. Der Kellerclub, bestehend seit 1935, wird im aktuellen Lonely Planet als der Jazz-Club in New York empfohlen. Und tatsächlich: Er ist der Jazz-Club, wahrscheinlich nicht nur in New York. Ich gebe zu, es hat etwas gedauert, bis ich das auch realisiert hatte. Das mag daran liegen, dass ich mich im Jazz eher nicht auskenne. Ich mag die Musik.

Village Vanguard: Liebevolle minimalistische Ankündigung

Village Vanguard: Liebevolle minimalistische Ankündigung

Wie ich schon schrieb, besuchten wir anlässlich des New York-Besuches ein Chris Potter-Konzert im Village Vanguard. Er spielt sehr technisch, sehr kühl. Das muss man schon mögen – keine leichte Kost. Unlängst veröffentlichte er sein erstes Album beim bedeutenden Label ECM: The Sirens.

Und einen Tag bevor wir in New York unser Chris Potter-Konzert erlebten, hat National Public Radio (NPR) genau dort im Village Vanguard und eben mit diesem Chris Potter und seinen drei anderen überragenden Musikern das Konzert aufgezeichnet, dass wir dann auch hörten.

NPR

 

Und nun? NPR hat 12 eindrucksvolle Bilder und 73 Minuten und 14 Sekunden Musik für Euch.

Das Album The Sirens kann bei amazon bestellt werden.

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Subway in New York

Die New Yorker U-Bahn ist ein effizientes und nach meinem Eindruck sicheres Verkehrsmittel. Offiziell heißt sie Subway, um damit zu fahren, benötigt man eine MetroCard. Der Linienplan mit seinen vielen Farben, Buchstaben und Zahlen verwirrt auf den ersten Blick etwas, aber heute hat man für so etwas ja eine App. In New York gibt es derer viele. Die beste von diesen ist nach meinem Eindruck embark NYC. App-Store-Link hier.

Der iPod des Jüngsten nahm diese wunderbare Ansage auf, die jedoch nicht in allen Zügen zu hören ist:

Hier noch ein paar Eindrücke aus den Bahnhöfen

Down Town Trains

Down Town Trains – ob man rauf oder runter fahren will, muss man wissen.

 

Grand Central Station

Grand Central Station

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Die Post kommt am Sonnabend nicht mehr

Die US-Post hat vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass sie zukünftig am Sonnabend keine Briefe mehr austragen will. Pakete werden weiterhin zugestellt. Auf den Postboten müssen die Amerikaner ab August am Wochenende verzichten.

Verloren am Straßenrand: US-Briefkasten

Verloren am Straßenrand: US-Briefkasten neben Mülleimer

Die wenig einladenden Postfilialen mit ihren nach meinem subjektiven Eindruck eher unmotivierten Mitarbeitern hätten die zwei Milliarden Dollar, die damit eingespart werden sollen, unbedingt nötig. Tatsächlich reduzieren sie nur den dramatischen Verlust von 15,9 Milliarden Dollar. 20 Milliarden Dollar beträgt das Finanzloch insgesamt.

Abseits der finanziellen Situation der US-Post stellt sich angesichts dieser Nachricht die Frage, ob die Sonnabendzustellung für die Briefpost noch notwendig ist. Der Sonnabend ist ein Werktag, aber für viele Menschen kein Arbeitstag. In den 1950er Jahren klang das noch ganz anders, wie der Deutschlandfunk weiß:

Sicher wäre ein freier Samstag für viele ein schönes Geschenk, aber für viele auch ein Fluch. Die meisten Menschen leben ohnehin auf der Flucht vor sich selbst. Ihnen wäre ein fehlender Arbeitstag kein Segen, sondern die Leere würde noch vergrößert. Und die trostlose Flachheit, mit der die meisten ihre freie Zeit vertrödeln, würde noch stärker zu Tage treten.
(Heinrich Nordhoff, Generaldirektor der Volkswagenwerke)

Was wäre nun, wenn die Leere im Briefkasten vergrößert und die Ansichtskarte aus dem Urlaub oder die Rechnung nicht mehr am Sonnabend zugestellt würde? In vielen Berufen ist die Arbeit am Sonnabend abgeschafft. Angesichts der vollen Stundenpläne meiner Kinder würde ich mir beispielsweise wünschen, dass es zumindest an einem oder zwei Sonnabende im Monate Unterricht geben würde. Die Stundentafel wäre sehr viel leichter zu ertragen. Aber das ist meine Einzelmeinung, für die ich noch keine Befürworter in der Lehrerschar finden konnte.

Ich könnte mir eine 5-Tage-Briefwoche durchaus vorstellen. Nur würde ich eher den Friseur-Feiertag (Montag) wählen. Da kommt kaum Post. Da fällt mir auf: Welche Friseure haben montags noch geschlossen? Ach, nicht einfach diese Dienstleistungsgesellschaft. Es lebe die trostlose Flachheit unserer Tage, in denen ich mit meinem Volkswagen durch die Gegend fahre, Herr Nordhoff.

Postkarte

Postkarte

Nachtrag: Die Postkarte, die wir schrieben, kam rasend schnell an. Freitag in einen der blauen Mülleimer Briefkästen eingeworfen, am Dienstag in der schleswig-holsteinischen Provinz eingetroffen. Frankiert wird mit einer neuen (runden) Global Forever-Marke, die $1.10 kostet – und ohne Wertaufdruck daher kommt. Der Anfang für einfache Tarife und guten Service ist gemacht.

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Der Hotelfernseher in New York

Der Hotelfernseher in New York offeriert rund 30 Kanäle. Bei dem einen oder anderen sind wir hängen geblieben, um beispielsweise den aktuellen Wetterbericht zu erfahren.

Bemerkenswert ist die selbstverständliche Integration von Twitter in die Sendungen. Der Twitternick wird bei jedem Moderator mit dem Namen eingeblendet.

Bei Fox New York führt das aber auch zu manchmal eher peinlichen Inhalten. Sehen wir uns doch ein Video an, dass Anchor-Frau Rosanna Scotto von Wettermann Mike Woods gedreht hat:

Twitter wird auch genutzt, um Inhalte für die aktuelle Sendung zu gewinnen. Fotos der Zuschauer zeigten dann, dass der sogenannte Schneesturm an der Ostküste vielfach dann doch einfach nur heftiger Schneefall war.

Der Schnee bot auch am Morgen nach dem „Sturm“ Anlass für Berichterstattung. Mit Satellitenwagen war am Morgen nach dem Schnee CBS New York im Central Park unterwegs und berichtete live vom Rodelberg. All news is local.

TV-Liveberichterstattung vom Rodelberg

TV-Liveberichterstattung vom Rodelberg

 

Vorbereitung auf den Weltuntergang

Eine einzige Enttäuschung war National Geographic TV für mich. Die Marke verband ich gedanklich mit atemberaubenden Landschaftsbildern, großartigen Tierreportagen und sprudelnden Geysiren. Leider wurde ich komplett enttäuscht mit absurden Dokus über erwachsene Menschen, die nach Cent-Münzen graben (Diggers), über Menschen, die sich auf eine irre Weise auf den Weltuntergang vorbereiten (Doomsday Preppers) und Polizisten, die in der Einöde Alaskas Leute verhaften wollen (Alaska State Troopers). Schlimm. Ich werde nie wieder ein Heft kaufen.

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Meine persönlichen NYC-Top-10-Ratschläge

Städtetrips sind kein Erholungsurlaub, jedenfalls mehr nicht in meiner Alterskohorte. Und eine Städtreise in den Berliner Winterferien in DIE Stadt, New York schon gar nicht. Für mich das dritte Mal, für mitgereisten Familienangehörigen das erste Mal. Da die beiden vorherigen Aufenthalte deutlich kürzer waren, sah ich vieles auch zum ersten Mal.

Für alle, die ein paar subjektive Tipps suchen, hier meine ultimativ persönlichen NYC-Top-10-Ratschläge.

Blick aus dem Hotelfenster auf die 8th Avenue

Blick aus dem Hotelfenster auf die 8th Avenue

1. Unbedingt ein zentrales Hotel wählen, auch wenn die teuerer sind. Wir waren im Hilton Garden Inn Times Square. Das ist fast unmittelbar am Times Square, zwei Ecken weiter in der 8 Ave, zwischen der 48. und 49. Straße. Zum Times Square mit seinen unzähligen Ticketverkäufern für Broadway- oder Comedy-Shows, der gefühlt größten Polizeidichte an einem öffentlichen Platz und den riesigen Leuchtreklamen sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Der Service war gut, unser Zimmer für New Yorker Verhältnisse äußerst geräumig und es gab kostenloses WLAN mit akzeptabler Geschwindigkeit. Der Supermarkt mit heißer Theke befand sich direkt an der nächsten Straßenecke.

 

2. Von Midtown-Manhattan kann man große Teile der Stadt zu Fuß erkunden. Die Stadt ist in Wirklichkeit gar nicht so groß wie man vielleicht zunächst vermuten mag. Horizontal meine ich. Beispielsweise Central Park, Fifth Avenue oder Grand Central Station liegen greifbarer Nähe.

New York lernt man zu Fuß am besten kennen

Und das sollte man unbedingt ausnutzen: Einfach mal zu Fuß gehen. Die Gehwege sind breit, nach kurzer Zeit hat man auch das mit den Ampeln raus. Die Ampelphasen, Walk and Don’t walk, werden einfach nicht beachtet. Auch wenn die Polizei (NYPD) direkt vor dir steht: Alle gehen, wenn die Straße frei ist.

3. Frühstück kostet im Hotel unglaublich viel. In allen Hotels. Bei unserem wären es 20 Dollar plus Tax und Tip gewesen, rund 18,50 Euro. Besser frühstückten wir im Gourmet New York Marketplace. Direkt gegenüber vom Westin Hotel, 8 Ave, Ecke 42. Straße. Das hört sich bombastischer an als es ist. Ein kleiner Laden mit außerordentlich freundlicher Bedienung. Wir hatten quasi immer Bagels, beispielsweise den Plain Bagel with Butter and Jelly für $1.75. Der große Kaffee ist etwas teurer als im benachbarten Starbucks, aber das Starbucks-WiFi reicht rüber. Aber auch Pancakes und Paninis geben eine gute Grundlage für den Tag.

4. Wenn man dann doch mal in der Stadt nicht zu Fuß unterwegs sein will, ist die U-Bahn zu empfehlen. Die MetroCard kann mit jedem beliebigen Betrag aufgeladen werden. Für $10 erhält man den Gegenwert von $10.70. Eine Fahrt kostet unabhängig von der Streckenlänge $2.25. Ob man eine unlimited ride-Karte (7 Tage) für $29 kauft hängt von den persönlichen Vorlieben und der Dauer des Aufenthalts ab. Wir haben uns dagegen entschieden und am Ende doch ungefähr den Betrag für Einzelfahrten ausgegeben. Die beste iOS-App für den Weg durch den U-Bahn-Wirrwarr mit Zahlen und Buchstaben in vielen Farben sowie Local- und Express-Zügen bietet Embark NYC.

Neben Polizei-Autos in allen denkbaren Größen fahren fast nur Taxis auf den Straßen. Als wir eins brauchten – nachts um 23:00 Uhr – fuhren, ungefähr hundert an uns vorbei – alle besetzt. Wir haben nach ca. 15 Minuten aufgegeben und nahmen doch die U-Bahn.

5. Die beste Aussicht der Stadt bietet Top of the Rock, also die 70. Etage des Rockefeller Centers. Ein unbeschreiblicher Blick 280 Meter über den Straßen New Yorks auf das Empire State Building, den Central Park und alles andere. Vorher nachsehen, wann die Sonne untergeht und ca. eine halbe bis drei Viertel Stunde vorher da sein. Die blaue Stunde, die Lichter, die sich langsam über die Hochhäuser legen – und das alles in einer unbeschreiblichen Höhe. Atemberaubend schön. Im Winter leider ziemlich kalt. Also sehr kalt. Bitter kalt. Viel kälter als unten auf der Fifth Avenue. Wem es zu kalt wird, der kann sich auf der untersten Aussichtsplattform wieder etwas aufwärmen. Der Platz mit der direkten Sicht auf das Empire State Building ist dann jedoch weg.

Top of the Rock: Blick auf Manhattan

6. Wer nach New York zum Einkaufen fahren will, sollte unbedingt die Fifth Avenue meiden und die Einkäufe nach SoHo verlegen. Beispielsweise im Levis-Store fanden wir Jeans für etwas über 24 Dollar, dasselbe Modell kostete am Times Square rund 70.

Eine echte Enttäuschung waren Macy’s und Century21. Noch 2008 konnte ich dort echte Schnäppchen machen. In diesen Tagen beobachtet man nur den Niedergang der Warenhäuser. Schlimm. Bei Macy’s wird zwar kräftig gebaut, aber offensichtlich nicht in dem notwendigen Umfang. Century21 hatte nur Ramschware im Angebot.

7. Erinnerungen wachhalten können die Amerikaner mit Perfektion. In New York ist das 9/11-Memorial das wohl Eindrucksvollste, was derzeit zu besichtigen ist. Die beiden Becken sind wirklich atemberaubend. Besichtigung nur mit Voranmeldung über die Webseite des zukünftigen Museums. Sicherheitsschleusen wie am Flughafen, die Schuhe müssen nicht ausgezogen werden.

Erinnerung an 9/11

Erinnerung an 9/11

8. Was gerne vergessen wird: New York ist Hafenstadt. Ausflugsschiffe und Fähren gehören in dieser Stadt genauso dazu wie an der deutschen Nordseeküste. Die Staten Island Ferry fährt tagsüber im 30-Minuten-Takt von der Südspitze Manhattans rüber nach Staten Island. Die Fahrt ist kostenlos und führt direkt an Miss Liberty vorbei. Die Schiffe sind riesig. Nicht alle haben ein Oberdeck, notfalls muss man mehrmals hin- und herfahren, um die Aussicht ohne Glasscheiben genießen zu können. Miss Liberty war nicht zu besichtigen, da aufgrund der Schäden des Wirbelsturms Sandy die Insel immer noch gesperrt war.

Staten Island Ferry

Staten Island Ferry

9. Wer nach den vielen zu Fuß zurückgelegten Meilen noch nicht vollends müde in sein Hotelbett fällt, dem sei The Village Vanguard empfohlen. Ein Jazz-Club südlich der 14. Straße in Greenwich Village. Von außen sehr unscheinbar, kein Ticketschalter. Eintrittskarten werden nahezu ausschließlich online über die Webseite verkauft. Im Gegensatz zu vielen anderen Clubs werden auch Jugendliche unter 21 Jahren eingelassen.

Hinter der schmalen roten Tür führt eine enge Treppe in den Keller. Wer zuerst kommt, erhält die besten Plätze. Man wird vom aufmerksamen Service zum Platz geleitet. Ein Drink ist verpflichtend: Die Coke für $5, das Budweiser für $7. Garderobe kostet weitere $2 pro Stück. Insgesamt alles sein Geld wert. Wir hörten und sahen das Chris Potter Quartett. Der Mann am Klavier und der am Schlagzeug wären allein schon gut genug gewesen. Potter verlieh mit drei verschiedenen Saxophonen dem Abend dann fünf Sterne.

Pollock im MoMA

Pollock im MoMA

10. Wer unwahrscheinlicherweise noch keine deutschen Landsleute getroffen hat, hat ganz bestimmt im MoMA Gelegenheit dazu. Beim Ausleihen des Audio Guides ist ein Ausweis als Pfand zu hinterlegen. Die deutschen Personalausweise sind deutlich in Überzahl. Das Museum of Modern Art beherbergt eine außergewöhnliche Sammlung, die auch bei meinem dritten Besuch (vorher einmal in Berlin und einmal in New York) immer wieder Neues brachte. Im Gegensatz zu vielen deutschen Museen darf im MoMA in großen Teilen der Ausstellung ohne Blitz fotografiert werden. Die Kleckse von Pollock durchs eigene Objektiv für die eigene Festplatte festgehalten – möglich.

Die Fotos dieses Beitrages wurden von den mitreisenden Familienangehörigen und mir gemacht. 

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#NYC2013

Die Winterferien nutzen wir in diesem Jahr für einen Kurztrip nach New York. Es ist für mich der dritte Besuch in dieser wunderbaren Stadt.

Broklyn Bridge

Broklyn Bridge

New York is a completely different country, sagte eine Amerikanerin beim ersten Besuch zu mir. Sie meinte, New York sei mit dem Rest der USA nicht zu vergleichen. Bislang reichte es bei mir immer nur für viel zu kurze Aufenthalte. Zwei Tage am Ende einer Dienstreise mit unter anderem mit einem Kurzbesuch bei den Vereinten Nationen. Dann besuchte ich die Stadt ein Jahr später für nur drei intensive Tage nach dem CBBSX-Austausch in Washington D.C. Beide Male im Sommer. Nun NYC im Winter.

Screenshot: Air Berlin facebook-Seite

Screenshot: Air Berlin facebook-Seite

Den Direktflug ab Tegel mit Air Berlin nach JFK ergatterte ich zum Schnäppchenpreis von 300 Euro. Nur der ToKo hat es im Adventskalender noch günstiger getroffen. Air Berlin flog ich bislang nur auf der innerdeutschen Kurzstrecke. Wie viele Schokoherzen werden auf einem Transatlantik-Flug gereicht?

ToKo hat bereits einige Tipps für NYC zusammengestellt. Ergänzend:

Hotel

Gebucht haben wir derzeit das Hilton Garden Inn am Time Square. Den Hotels in New York wird nachgesagt, dass sie allesamt teuer sind und viel zu kleine Zimmer haben. Nach meinen bisherigen Besuchen kann ich das bestätigen. 2007 übernachtete ich im Beekman Tower, 2008 im St. Marks. Das St. Marks war damals ein Tipp aus dem Lonely Planet Reiseführer. In der aktuellen Ausgabe ist das Hotel jedoch nicht mehr verzeichnet. Ich kritisiere das nicht. Vom Beekman hat man einen grandiosen Blick auf den East River.

Shopping

Das Century 21-Kaufhaus, unweit von Ground Zero, bietet Markenklamotten zum Teil mit 70 Prozent Rabatt. Wahrscheinlich inzwischen kein Geheimtipp mehr, wenn es im Reiseführer steht. Aber immer noch lohnend, vermute ich.

Mindestens gesehen haben muss man den Abercrombie&Fitch-Store an der 5th Ave. Ob im Winter die Jungs auch mit freiem Oberkörper vor dem Laden stehen? Gleich gegenüber der Trump Tower und der Disney-Store. Nicht weit weg ist der berühmte Glaskubus von Apple.

Essen

Harry&Sally

Where Harry met Sally …

Must see: Katz’s Deli. Also jedenfalls für alle Harry&Sally-Fans. Die legendäre Szene kennt ihr ja. Nein? Dann hier:

Hot Dogs kamen mit den deutschen Einwanderern nach New York. Nathan Handwerker, der Deutscher Pole war, machte – angeblich mit dem Rezept seiner Frau Ida – die Hot Dogs berühmt. Erfunden hat sie einer Legende nach sein früherer Chef, Charles Feltman, der aus Deutschland einwanderte. Sein Restaurant befindet sich in Coney Island, Brooklyn.

Vorbereitung

Für die Einreise wird ein Reisepass mit biometrischem Foto benötigt. Die ESTA-Registrierung des U.S. Departements of Homeland Security sollte man auch möglichst bald vornehmen. Das Ausfüllen des Formulars dauert ein paar Minuten – und kostet US-$14. Bezahlt wird mit Kreditkarte. Ohne diese Registrierung darf man nicht einreisen. Die US-Botschaft informiert umfassend über die Einreise.

Ohne Kreditkarte macht ein Besuch in den Vereinigten Staaten kaum Spaß. Zwar kann man an einigen ausgesuchten Geldautomaten (ATM) auch mit der deutschen ec-Karte Geld ziehen, zum Bezahlen ist sie aber nicht geeignet.

Die DKB und die ING-DiBa bieten mit ihren Kreditkarten kostenlose Bargeldversorgung weltweit. (Weiterempfehlung »Kunden werben Kunden« (DKB oder ING-DiBa) gerne per Mail.)

Update: Sven hat weitere wertvolle Tipps für New York.

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Kann Oliver Welke ein deutscher Jon Stewart werden?

Hunderttausende Amerikaner unterstützen die Tea Party Bewegung. Bei den Zwischenwahlen hat die Tea Party den Wahlkampf wesentlich beeinflusst. In den letzten Monaten hat sich in den USA in atemberaubender Geschwindigkeit eine sehr breite Graswurzelbewegung gegründet, die sich weniger Staat, Steuererleichterungen und mehr Freiheit auf ihren Fahnen geschrieben hat. Präsident Obama ist ihr größter Gegner, vielleicht gelingt es der Tea Party seine Wiederwahl in zwei Jahren zu verhindern – oder die Tea Party trägt maßgeblich dazu bei, dass er es erneut schafft.

Die Tea Party eint derzeit wenig, außer einem regelrechten Hass auf die Politiker auf dem Capital Hill. Washington ist das Problem, nicht nur die Demokraten, sondern die Politik allgemein. Die Nähe der Tea Party zu den Republikanern ist eher strategischer Natur, begründet durch das amerikanische Wahlsystem. Im Grunde zeigt sich der Appetit der Amerikaner auf eine dritte etablierte Partei.

Die Organisationen, die die Tea Party organisatorisch und finanziell unterstützen, haben die GOP missbraucht. Sie hat die Basis für das Engagement bei den Zwischenwahlen geboten. Wenn sich aber ihre Ziele mit den Republikanern nicht durchsetzen lassen, wird die Tea Party zu einer dritten Kraft im US-System werden.

Angefangen hatte es mit Rick Santelli, einem Börsenexperten beim Fernsehsender CNBC, der am 19. Februar 2009 eine Schimpfkanone über Obamas Rettungspaket für Hausbesitzer, die ihre Zinsen nicht mehr zahlen können, startete. In den „besten fünf Minuten“ seines Lebens hat er den auslösenden Funken für die Tea Party-Bewegung gegeben.

Sarah Palin ist die Ikone der Bewegung. Sie, die Vizepräsidentenkandidatin an der Seite von John McCain im Präsidentschaftswahlkampf 2008 war, die von Alaska aus Russland sehen kann und Spott auf sich zieht, nicht nur als sie Nordkorea in die Reihe der Verbündeten der USA stellte. Man mag sie oder mag hasst sie, sie polarisiert, wie keine andere. Durch ihr hybrides Wesen, einerseits Politikerin, andererseits aber auch Fernsehgesicht – Journalistin wäre der falsche Ausdruck – setzt sie sich in Szene wie keine andere.

Der europäische Beobachter schaut verwundert auf dieses Phänomen. Unzufriedenheit mit dem politischen System ist auch in Europa verbreitet. Könnte der Funke auch auf Europa überspringen? Kann die sechste deutsche „Partei“, die größer werdende Gruppe der Nichtwähler, zu einer deutschen Teebeuteltruppe werden?

Die Unzufriedenheit der Mittelschicht mit der wirtschaftlichen Lage, einer der wichtigen Gründe, die zum Aufstieg der Tea Party in den USA geführt haben, ist in unserem Land wesentlich geringer. In den USA ist nahezu jede Familie direkt oder indirekt von der Wirtschaftskrise betroffen, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, Verlust des Eigenheims oder sogar beidem. Deutschland hingegen ist viel besser durch die Krise gekommen. Auch aus wirtschaftspolitischer Sicht spricht nichts für eine breite Bewegung von unten gegen das politische System. In Europa sind es anderen Themen, die außerparlamentarische Strukturen stärken könnten. Beispielsweise die Zukunft des Sozialstaates.

Aber im Moment fehlt ein wesentlicher Katalysator: Die deutsche Medienlandschaft ist eine andere. Es fehlt an einem deutschen FOX News, das solche Gruppierung den nötigen Hype verschaffen könnte. Oliver Welke von der heute show wäre unter Umständen zu einer deutschen Ausgabe der Rally to Restore Sanity von Jon Stewart fähig, aber auf der konservativen Seite fehlt schon seit dem Tod von Gerhard Löwenthal die Identifikationsfigur.

In den USA wird sich spätestens im Wahlkampf 2012 zeigen, wie viel Substanz die Tea Party hat und wir werden bis dahin sehen, ob der Funke überspringen kann. Rick Santellis Rant beweist, dass dennoch sehr schnell passieren kann.

Mit diesem Posting schließe ich (voraussichtlich) dieses Blog diese Reihe über die US-Midterm-Elections. Vielen Dank für Eurer Interesse. An anderer Stelle geht es mit einem anderen Thema weiter. So long.

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Fire Pelosi

Fire Pelosi - Kampagne am RNC-Headquarter in D.C.

Fire Pelosi – Kampagne am RNC-Headquarter in D.C.

Nancy Pelosi, die noch wenige Tage bis zum Zusammentritt des neuen Kongresses Speaker of the House ist, will auch in Zukunft die Demokraten im House anführen. Minority Leader wird ihr neuer Job, am 17.11. wurde sie gewählt.

70 Jahre alt, gerade deutlich eine Wahl verloren, aber sie will kämpfen, weitermachen, Einfluss behalten oder vielleicht auch nur ihre Spitzenposition nicht abgeben.

Bei den Republikanern war sie verhasst, wie keine andere. Fire Pelosi – das hatten die Republikaner über die Eingangstür ihrer Zentrale geschrieben. Im Inneren des Hauses, im Foyer, wieder der Frontalangriff mit dem Pelosi-Bus. Kein Wort vom eigenen Kandidaten, vom eigenen Programm. Nur: FIRE PELOSI. Google bringt 2 Millionen Treffer zu dieser Suchanfrage.

Zur Hälfte ist es ihnen gelungen: Die Mehrheit für die Demokraten ist verloren, Pelosi ist aber immer noch da. Nicht mehr als Speaker, aber dann eben als Oppositionsführerin.

Pelosi bei Pressekonferenz

Pelosi bei Pressekonferenz (Archivbild)

Sie ist von unschätzbarem Wert für die Demokraten. Der frühere Internet-Direktor des Weißen Hauses unter Präsident Bush, David Almacy, sagt:

„Speaker Pelosi is single largest fundraiser for Congressional Democrats: $65M in 2008-2010 cycle“.

Ein Grund für diesen Hass ist wohl auch das Astroturf-Zitat, dass sie am 15. April machte. An diesem Tag, an dem in den USA spätestens die Steuererklärung abgegeben werden muss, demonstrierten die Anhänger der Tea Party überall im Land. Die Zahl der Demonstranten schwankt zwischen einer viertel oder halben Million Demonstranten an ca. 750 Orten im Land. Pelosi sprach aber von einer Bewegung, die von einigen der reichsten Amerikaner gesteuert werde, um Steuererleichterungen für die oberen 5 Prozent durchzusetzen. Sie würde wohl davon profitieren, denn sie gehört zu den wohlhabendsten Mitgliedern des Parlaments.

Nun, ich habe Max Pappas von Freedom Works kennengelernt. Er ist sicher näher an Astroturf als an Grassroot. So ganz von unten hat sich die Tea Party nicht gebildet. Der Rant von Rick Santelli gegen den Homeowners Affordability and Stability Plan vom 19. Februar 2009 gilt als Geburtsstunde der Tea Party. Die Börse ist nun keine Grassroot-Angelegenheit, oder?

Aber zurück zu Nancy Pelosi: Sie polarisiert, aber sie hat in den vergangenen Jahren viel für die Demokraten getan. Nun wollte man sie nicht vom Hof jagen, sie wird solange bleiben wie sie will. Sie muss den Zeitpunkt ihres Rückzuges selbst wählen. Hoffentlich verpasst sie ihn nicht.

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