Alle S-Bahnhöfe in Berlin an einem Tag (2. Update)

Hinweis: Die Tour ist absolviert: Eine erste Bilanz

Die Berliner S-Bahn treibt ihre Fahrgäste gelegentlich zur Verzweiflung. Verspätungen, Zugausfälle und defekte Wagen. Dennoch: Mir ist die S-Bahn ans ans Herz gewachsen. Ich fahre gerne mit der S-Bahn. Doch viel zu oft auf eingefahrenen Strecken. Immer nur den nördlichen Teil der S1 – das kann es doch auch nicht sein. Es gibt so viele Bahnhöfe in Berlin, die ich nicht kenne.

Der Kollege @bjoerngrau fuhr neulich alle Berliner U-Bahn-Strecken ab und brauchte dafür 15 Stunden. Wie die Linken nun mal so sind, geht bei ihnen nichts unpolitisch. Die Fahrt wurde mit einer Gefährdungsanalyse verbunden werden.

Wir wollten doch beobachten, wie die Leute in öffentlichen Verkehrsmitteln miteinander umgehen, denn im Rahmen der #aufschrei-Debatte wurde häufig davon berichtet, wie Menschen – hauptsächlich Frauen – im öffentlichen Nahverkehr belästigt wurden.

Ihr Ergebnis ist beruhigend: Es sei „fast nichts und erst recht nichts Schlimmes passiert„, bilanzieren sie.
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Deutschland von oben

Der kanadische Astronaut Chris Hadfield veröffentlicht – unter anderem auf Twitter – wunderbare Fotos der Erde, die er aus der ISS aufgenommen hat.

Aktuell waren einige Fotos von deutschen Städten dabei, unter anderem Hannover, Bonn und Berlin: Städte, in denen ich einen Teil meines Lebens verbrachte.

Liebes Deutschland! Die Fotos sind heute für Sie, schrieb Hadfield.

 

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Berlin. Herz und Schnauze

Baum in Berlin.

Baum in Berlin.

Ein älterer Journalist schreibt das, was ich, stünde es in einem Blog, einen Rant nennen würde: Schnauze voll!

Ich bin auch seit zehn Jahren in der Stadt. Ich kann es nicht umkommentiert lassen.

Nach zehn Jahren Berlin reicht es jetzt. Ich werde gehen. München, Hamburg, Heimatstadt – egal, nur raus hier.

Er weiß nicht wohin – trotz großer Lebenserfahrung.

In keiner Stadt ist der Bürgersinn so unterentwickelt.

Er mault rum statt anzupacken.

Ein weiterer Grund, diese Stadt zu fliehen: dass man zum Armutsverächter werden könnte, ebenso wie man vorher schon Reichtumsverächter war.

 Er schreibt »man«, obwohl er nur »ich« meint.

Diese Ost- beziehungsweise West-Nostalgie der eingesessenen Berliner meiner Generation nervt zunehmend.

Er schließt von sich auf andere.

… der öffentliche Raum vermüllt wird mit grinsenden Ungeheuern namens „Buddy Bären“ – große Plastikteile mit hochgestreckten Tatzen, die aussehen, als wären sie von unterbelichteten Dekorateuren bemalt worden.

Er muss schon länger nicht mehr hier gewesen sein.

Die Buddy-Bären kamen 2002 in die Stadt und sind seitdem auf Welttournee. Großartige Werbung für die Stadt, übrigens.

2005 war er toleranter. Da schrieb er über den Künstler Florin Kompatscher aus Bozen:

Ich versuchte ihn zu beruhigen. Ich will, dass er in Berlin bleibt. So was kann schließlich überall vorkommen.

 

 

Auch lesenswert: Berlin, Du bist so wunderbar…oder: Warum ich in Berlin bleibe

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Am Geldautomaten

Geld am Geldautomaten abzuheben, kenne ich seit mehreren Jahrzehnten. Meine Großmutter gehörte bei der Hildesheimer Stadtsparkasse zu den ersten Kundinnen, die Geld am Automaten abheben konnte und wollte. Bankomat hieß das Gerät damals, stand mitten in der Fußgängerzone Hildesheims vor der Geschäftsstelle der Sparkasse und gab Geldscheine aus. Ohne weiteres Zutun. Nur der Kunde und die Maschine.

Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wann das genau war. Irgendwann in den frühen 1980er Jahren. Es gab zunächst nur einen Geldautomaten in der Stadt. Aber eben 24/7 – die Bargeldversorgung wurde unabhängig von Öffnungszeiten.

Heute stehen die Dinger an jeder Ecke und haben die Kassenschalter mit ihren dicken Glasscheiben nahezu vollständig verdrängt. Ich bin immer noch Sparkassenkunde. Heimat und Sicherheit verbinde ich mit einer Sparkasse.

Bei den Geldautomaten der Berliner Sparkasse wird dem Kunden ungefragt im Auszahlungsprocedere der neue Kontostand angezeigt. Ganz praktisch, eigentlich.

Nur heute stehen die Geldautomaten nicht mehr in einem geschützten Häuschen wie in den 80er, sondern ganz offen in U-Bahnhöfen oder in Außenwänden von Häusern. Ganz unbemerkt kann da der Kunde hinter mir mal eben sehen, ob am Ende des Geldes wieder zu viel Monat übrig war.

Kontostand

Kontostand: Wie flüssig Du bist, weiß auch der Kunde hinter Dir

Im Kundenforum der Sparkasse (genannt „Service Community beta“) habe ich diese Frage öffentlich gestellt. Nette Antwort, aber doch eher aus der Kategorie bedauerlicher Einzelfall:

Die Mehrzahl unserer Kunden empfindet die Anzeige des aktuellen Kontostands nach Beendigung des Auszahlvorgangs als hilfreich. Die Schriftgröße der Anzeige ist in den vergangenen Jahren mehrfach diskutiert und angepasst worden.

 

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S-Bahner mit Herz und Tweets

Berlin hat ja immer etwas Provisorisches. Die Stadt ist irgendwie nicht fertig, immer im Umbruch, nie perfekt. Ganz besonders intensiv hat sich das in den letzten Jahren bei der S-Bahn gezeigt. In der Zeit der Teilung der Stadt litt die S-Bahn immer unter der Zerstörung im Krieg, kam im Westteil nie auf die Beine, weil sie lange Zeit den verhassten Brüdern im Ostteil gehörte. Die Stadtplanung ignorierte sie und mit den paar Pfennigen für eine Fahrkarte konnten das Netz und die Wagen nicht unterhalten werden.

Mit der Einheit kam der Aufschwung, die S-Bahn wurde zum beliebten Transportmittel, weil die Strecken wieder aufgebaut wurden und den Menschen im Speckgürtel und in den Außenbezirken eine schnelle Transportmöglichkeit in die Innenstadt geboten wurde.

S-Bahn Heiligensee 1982

Traurigkeit pur: S-Bahn Heiligensee anno 1982 (Foto: GoettinenFan on flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

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Lange Nacht der Wissenschaften

Für die klügste Nacht des Jahres hatten wir uns dieses Jahr wieder einen ambitionierten Plan gemacht, den wir jedoch nur rund zur Hälfte geschafft haben. Ein viel zu großes Angebot in zu kurzer Zeit bei zu großen Entfernungen.

Dringender Ratschlag an die Macher der Langen Nacht der Wissenschaft 2013: Auf jeden Fall im nächsten Jahre vor 17 Uhr beginnen.

Bedauerlich: An vielen Ständen wird gegen 23:30 Uhr bereits eingepackt, Mitmachstationen haben dann ohnehin schon meist das Mitmachen eingestellt. Gerne hätten wir noch das eine oder andere mehr gesehen. Aber um halb zwölf noch den langen Weg nach Dahlem antreten, wenn da dann nach Mitternacht vielleicht Emotionen nicht mehr theoretisch, sondern nur noch praktisch erlebbar sind? Alles lesen

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Blogideen durch die re:publica, nicht nur.

Gefühlte tausend Ideen hatte ich heute, die dringend verbloggt werden müssten. Zum Beispiel:

  • Ein Post über über Fernsehschaffende auf der re:publica, die das Netz ganz unterschiedlich wahrnehmen.
  • Ein Intellektuellen-Blogpost über mindestens 1000 Fragen, denen endlich mal richtig auf den Grund gegangen werden muss.
  • Ein Blogpost über Münchner in Berlin.
  • Ein Blogpost über Sozen in Unionskreisen.
  • Ein Blogpost über Blogs.
  • Ein Blogpost über zu früh gelaunchte Webseiten mit krassen Fehlern.
  • Ein Blogpost über Wiederholungen von Fernsehsendungen auf Konferenzen.
  • Ein Blogpost über das Niveau von Bachelor-Arbeiten.
  • Ein Blogpost über Mädels.
  • Ein Blogpost über Foodblogs.
  • Ein Blogpost über Journalisten und die Kraft der Überschrift.
  • Ein Blogpost über Duzen und Gesiezt-Werden.
  • Ein Blogpost über Lobbying.
  • Ein Blogpost über Mettbrot und Spargel.
  • Ein Blogpost über Mailinglisten.
  • Ein Blogpost über morgen.

Mache ich. Vielleicht. Später.

Nur das noch:

Ich wünsche Euch eine gute Nacht.

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Warum lebe ich in Berlin?

Seit 2001 arbeite ich in Berlin. Das B am Auto habe ich noch nicht so lange. Warum bin ich in die Stadt gezogen? Warum habe ich den Speckgürtel verlassen?

Die Wege waren mir zu weit, der 20-Minuten-Takt der S-Bahn nervte und im 21. Jahrhundert fand ich es auch nicht unangemessen, nicht nur Sandwege als Straßen vorzufinden. Ich vermisse allerdings meine kleine Kirche, den kleinen See in der Nachbarschaft und ein paar Kiefern – nicht alle.

Wie sehen Kinder in Berlin ihre Stadt? Ein großer Vorteil ist, dass in Berlin „jeden Tag die Sonne strahlt“ oder die Infrastruktur: „viele Supermargts“ in diesem „großen Land“ . Eher als Vorteil würde ich es sehen, wenn das Kind mir die Adresse des Reh-Schlachters verraten würde.

Leben in Berlin

Leben in Berlin (kunstkrempel)

Frisches Wildfleisch wäre definitiv ein Grund, wieder nach Brandenburg zu ziehen. Zwillingstürme eher nicht.

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Ferientermine Berlin in Google Kalender

Mit Google Kalender habe ich bislang wenig Erfahrungen gesammelt. Das liegt vorrangig daran, dass ich beruflich mit Outlook, Blackberry und Exchange arbeite und damit zufrieden bin.

Jetzt brauchte ich privat eine Kalenderanwendung und weil ich gerne mit Google Docs arbeite, habe ich Google Calendar getestet. Das Konzept der öffentlichen Kalender ist prima. Nur finde ich keine veröffentlichten Kalender. Irgendeiner muss doch schon einmal beispielsweise die Schulferien in Berlin in einen Google-Kalender getippt haben und diesen Kalender veröffentlicht haben. Aber wie finde ich den?

In meiner Google Suchblase taucht kein solcher Kalender auf. Auch bei Interessante Kalender ist das nicht zu finden.

Damit sich nicht noch mehr dumm und dusselig suchen, habe ich meinen Kalender veröffentlicht und biete ihn zur Nutzung an.

Download: ICS-File

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Koalitionsvertrag von CDU und SPD (in Berlin)

In Berlin haben sich die Verhandlungsgruppe SPD und CDU auf einen Koalitionsvertrag (PDF) geeinigt, der – für mich überraschend – auch sehr gute Akzente im Bereich der Netzpolitik setzt. Die Netzpolitik soll ein eigenständiges Politikfeld werden, die Ergebnisse meiner der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft sollen in Berin umgesetzt werden. Das heißt: Es beachtet wirklich jemand, was da gemacht wird und man wartet auf die Ergebnisse! Das ist Ansporn, da in den kommenden Monaten gute Ergebnisse zu erzielen.

Erfreulich ist die Absage an Netzsperren, das Bekenntnis zu einem fairen Urheberrecht und die Verankerung des Internets in vielen Politikbereichen. Klasse!

Hier Auszüge aus dem Koalitionsvertrag, die die Bereiche Internet und Netzpolitik tangiert. Ich hoffe, ich habe alles gefunden:

Die Koalition unterstreicht die Bedeutung von leistungsfähigen Datennetzen und wird sich für deren Ausbau einsetzen.

(…)

Wir wollen ein gebührenfreies WLAN für Berlin ermöglichen und die Netzpolitik zu einem eigenständigen Politikfeld entwickeln.

(…)

Wir wollen, dass

  • Unternehmer und Bürger verstärkt Anträge und Dienstleistungen über das Internet stellen bzw. abrufen können,
  • die Verbesserung des Antrags-, Akten- und Vorgangsmanagements mit einer „Track & Tracing“-Lösung, die den Stand der Bearbeitung im Internet in geeigneter Form transparent macht.

Wir wollen Planungsprozesse transparenter gestalten – u. a. durch eine obligatorische Onlinebeteiligung bei der Aufstellung von Bebauungsplänen. Hierzu wird in den Bezirks- und Hauptverwaltungen ein Internetangebot aufgebaut, über das Informationen abgerufen, Stellungnahmen eingereicht und Abstimmungen durchgeführt werden können. Die technischen Voraussetzungen sind dafür zentral durch die Hauptverwaltung zu schaffen.

Bei wesentlichen baulichen Maßnahmen gilt es, Information und Akzeptanz zu steigern, indem die Öffentlichkeit mithilfe der zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel wie Internet, Flugblätter, Postwurfsendungen, Anzeigen etc. über Art, Zweck, Dauer und zu erwartende Auswirkungen informiert wird.

(…)

Konsequent gegen Wirtschaftskriminalität und Kriminalität im Internet

Wesentliche Bedeutung hat für uns die Bekämpfung der Wirtschafts- und Internetkriminalität. Wir werden in der justizpolitischen Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und dem Bund darauf dringen, diesen Bereichen der Kriminalität mit dem gebotenen Augenmaß gesetzgeberisch zu begegnen. Insbesondere wollen wir das öffentliche und private Vermögen stärker vor unverantwortlichen Risikogeschäften schützen. Wir werden die Kriminalität, die über das Internet begangen wird, intensiver verfolgen.

(…)

Unterstützung von Familien

Wir wollen Familienzentren entwickeln, vornehmlich an Kitas. Wir werden ein öffentliches Familieninformationsportal im Internet einrichten, damit Familien schnell und unabhängig an Informationen teilhaben können.

(…)

Fortschrittliche Netzpolitik

Das Land Berlin wird künftig die Netzpolitik neben der Medienpolitik zu einer eigenständigen Säule entwickeln und in einem Ressort abbilden.

Die Koalition will ein modernes Urheberrecht, das einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern schafft. Sie setzt sich für die Umsetzung des Prinzips „Löschen statt Sperren“ in den Staatsverträgen ein. Die Empfehlungen der Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages werden auf die Konsequenzen für das Land Berlin überprüft und ggf. umgesetzt.

Die Netzneutralität ist die Grundlage der digitalen Daseinsvorsorge. Die Koalition wird das Prinzip der Netzneutralität zur Förderung der digitalen Vielfalt sichern. Die Koalition wird die Open-Data-Initiative des Landes fortsetzen und ausbauen. Dazu setzt sie sich für eine Prüfung der weitgehenden Offenlegung von öffentlichen Daten (z. B. Geoinformationsdaten) unter Wahrung des persönlichen Datenschutzes ein. Das Ziel der Koalition ist die Stärkung der Digitalisierung des Landes Berlin. Dazu werden wir mit privaten Partnern den Ausbau des Glasfasernetzes in Berlin vorantreiben. Zugleich wollen wir ein freies und gebührenfreies WLAN an zentralen Orten der Stadt starten. Um die Ausweitung von bereits bestehenden oder individuellen WLANs in der Stadt zu ermöglichen, werden wir uns auf Bundesebene für eine Änderung der Betreiberhaftung einsetzen.

Berlin.de als zentrale Plattform des Landes Berlin wird ausgebaut und technisch verbessert. Darüber hinaus unterstützen wir die Einrichtung einer Top-Level-Domain „.berlin“. Diese sollte die Belange der Berliner Bürgerinnen und Bürger und Institutionen sowie der Berliner Wirtschaft optimal aufgreifen.

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