Mit der deutschen Huffington Post wird das Bloggen zum Mainstream

Screenshot: Huffington Post

Screenshot: Huffington Post

Die Huffington Post steht in der Tür. Hereingelassen nach Deutschland hat sie TomorrowFocus, nach eigener Darstellung “einer der führenden börsennotierten Internetkonzerne in Deutschland”.

Die Folgen: Der Deutsche Journalistenverband warnt auf seinem Blog vor einem möglichen Gesetzesverstoß:

“Der DJV weist darauf hin, dass die Urheber in Deutschland Anspruch auf eine angemessene Vergütung haben.” 

Ein Qualitätsmedium wie die tageszeitung blamiert sich mit einem Bericht, der mit orthografischen Fehlern gespickt ist.

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Blogger lesen wieder Tageszeitung!

Tageszeitung

Zu viele Blogger schreiben unverständliches und langweiliges Deutsch. Christian und Christian nerven diese langweilige Blogposts, darum ermunterten die beiden die Besucher des BarCampsRuhr6 ab sofort interessanter zu schreiben.

„Schöner bloggen – kleine Schreibschule“

Wie Schulaufsätze seien viele Berichte verfasst, die nach einem BarCamp entstehen: Lange Anleitungen übers Kofferpacken, detailreiche Schilderungen der hinlänglich bekannten Verspätungen bei der Bahn und ausdrucksschwache Freude über das Klassentreffen. Die wesentlichen Informationen werden von den Autoren im letzten Absatz und komplizierten Nebensatzkonstruktionen versteckt, kritisiert Christian Dingler. Christian de Vries sammelte symbolisch Satzzeichen ein: „Gebt mit bitte Eure Kommata!“ Alles lesen

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Bloggen könnte 2013 wichtiger werden

Macht kleine geile Blogs auf, schrieb Claus während der re:publica und wurde von Sascha Lobo geadelt. Der hatte nämlich vorher bei Spiegel online und auf der re:publica genau das gefordert.

Nun hat sich Johnny drüben bei Spreeblick selbst in den Allerwertesten getreten und will 2013 das Netz zurückerobern. »Twitter ist nicht das Internet« stellte ich neulich ebenfalls fest.

Alles richtig. Aber: Ein bisschen klingt das eben doch nach »früher«. Früher als man noch das eigene Blog füllte und nicht anderer Leute Timeline.

Ein eigener Webspace ist zwar besser als die Gedanken irgendwo bei Google+ reinzuschreiben. Das eigene Blog ist mehr »richtiges Internet« als bei facebook oder Google+, aber dennoch auch abhängig von einer privaten Infrastruktur, wenn auch brav nach deutschen Gesetzen. Dieses Blog liegt bei Hosteurope, weil ich es aus mehreren Gründen nicht auf meinen NAS hosten möchte. Und selbst wenn es da gehostet wäre, was wäre gewonnen? Internet kommt bei uns mit Kabel Deutschland ins Haus.

Von irgendetwas.wordpress.com bin ich weg, weil ich mehr Flexibilität haben wollte. Einfacher ist es dadurch jedoch nicht geworden.

#rp12-Stühle

#rp12-Stühle (re:publica 2012 on flickr CC BY 2.0)

Das Internet soll ein öffentlicher Raum sein, aber anders als der Pariser Platz in Berlin oder der Marktplatz vor dem Rathaus in meiner Geburtsstadt.

Matthias Richel schlussfolgert, wir bräuchten Public Space Server. Angesichts des Versagens der öffentlichen Hand beim Aufbau von Infrastruktur sehe ich das mit einiger Skepsis. Ob wir »dem Staat« diese Aufgabe zumuten sollten?

Genossenschaftliche Modelle haben stärker die Interessen der Allgemeinheit und die ihrer Mitglieder im Fokus. Wir kennen das von den Volksbanken oder aus dem Wohnungsbau. Subsidiaritätsprinzip nennen wir das. Gibt es das irgendwo funktionierend als Host- oder Zugangsprovider?

Neben dieser eher intellektuellen Debatte um den besten Platz und die ideale Infrastruktur für mein und Euer Geschriebenes scheint es mir wichtig daran zu erinnern, die ersten Aufgaben zu lösen:

  • Wie erreichen wir mehr Leser?
  • Wie können wir die »Blogger-Szene« in Deutschland professionalisieren?
  • Wie gelingt es, mehr Leute zum Bloggen zu bringen?

Im Moment schmoren wir im eigenen Saft, werden uns auf der re:publica13 wieder versichern wie toll wir sind. Doch gefühlte 99 Prozent der Menschen halten uns tendenziell für eher verrückte Nerds. Wenn sie denn überhaupt mal auf ein Blog gestoßen sind und anschließend wussten, wo sie sind.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Die re:publica ist wichtig und ohne dieses Klassentreffen würde mir etwas fehlen. Wenn Du nicht von Dir selbst überzeugt bist, kannst Du auch andere nicht überzeugen.

Vermutlich könnte 2013 für Blogger wichtiger werden als 2012.

Meine Internet-Vorsätze für 2013:

  • Mehr Bloggen – um mich selbst zu motivieren, habe ich mich bei den Ironbloggern beworben.
  • Andere Blogger anstupsen, damit sie (wieder) mehr bloggen. Von Sina, Anja oder Lina würde ich gerne wieder etwas lesen. Aber auch Stecki, Stephan oder Sven könnten häufiger schreiben. Alle anderen auch.
  • Mehr Menschen überreden überzeugen, dass sie mit dem Bloggen beginnen. Der Claus hilft mir bestimmt dabei. Patty und Peter auch.
  • Ein neues Wort fürs Bloggen suchen. Bloggen klingt in den Ohren der KRS-Internetnutzer* zu nerdig, zu techniklastig. Wenn das nicht klappt: »Bloggen« einen neuen, positiveren Sinn geben.

Und einfacher und vernetzer muss es werden. Das schrieb Johnny auch.

*KRS-Nutzer: Konto, Reise, Spiegel online

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Blogideen durch die re:publica, nicht nur.

Gefühlte tausend Ideen hatte ich heute, die dringend verbloggt werden müssten. Zum Beispiel:

  • Ein Post über über Fernsehschaffende auf der re:publica, die das Netz ganz unterschiedlich wahrnehmen.
  • Ein Intellektuellen-Blogpost über mindestens 1000 Fragen, denen endlich mal richtig auf den Grund gegangen werden muss.
  • Ein Blogpost über Münchner in Berlin.
  • Ein Blogpost über Sozen in Unionskreisen.
  • Ein Blogpost über Blogs.
  • Ein Blogpost über zu früh gelaunchte Webseiten mit krassen Fehlern.
  • Ein Blogpost über Wiederholungen von Fernsehsendungen auf Konferenzen.
  • Ein Blogpost über das Niveau von Bachelor-Arbeiten.
  • Ein Blogpost über Mädels.
  • Ein Blogpost über Foodblogs.
  • Ein Blogpost über Journalisten und die Kraft der Überschrift.
  • Ein Blogpost über Duzen und Gesiezt-Werden.
  • Ein Blogpost über Lobbying.
  • Ein Blogpost über Mettbrot und Spargel.
  • Ein Blogpost über Mailinglisten.
  • Ein Blogpost über morgen.

Mache ich. Vielleicht. Später.

Nur das noch:

Ich wünsche Euch eine gute Nacht.

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