E-Mail made in Germany: Verschlüsselung wird endlich zum Standard

Nerds rümpfen die Nase. Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mögliche Hintertüren und Insellösung sind die Kritikpunkte gegen die „E-Mail made in Germany“, die die Telekom und 1&1 vorstellten.

Verschickst Du noch unverschlüsselt?

Verschickst Du Deine Mals noch unverschlüsselt?

Wer in der Netzgemeinde etwas auf sich hält hielt, hat spätestens seit der Beta-Phase einen GMail-Account und mochte die transatlantische Datenspeicherung nicht mehr hergeben. War doch egal, ob da noch mindestens der Werbeanzeigengenerator die Mails mitliest?! (Ich habe auch eine GMail-Adresse.) Über web.de-E-Mail-Adressen wird gerne gelästert, ganz so als ob die web.de-Mail mit einer Brieftaube transportiert würde.

Die großen Drei in Deutschland werden die Mails zwischen ihren Rechenzentren verschlüsselt übertragen. Die Kunden werden in naher Zukunft dazu gezwungen, die Mails per SSL aus dem Postfach zu holen und dort auch verschlüsselt abzugeben. Denn selbst das machen aus Bequemlichkeit oder Unkenntnis derzeit nicht alle. Die Elektropost erhält Schloss und Schlüssel.

Für zwei Drittel der deutschen Mail-Nutzer wird damit die Kommunikation untereinander sicherer. Sicherer, nicht hundertprozentig sicher. Die „Metadaten“ sind weiterhin unverschlüsselt innerhalb des Mailverbundes verschlüsselt. Auch E-Mails an Adressen außerhalb der großen Drei gehen als digitale Postkarte auf die Reise. Aber es ist ein großer Schritt nach vorne, auch weil es Sensibilität für mehr Datenschutz schafft – ganz unabhängig von NSA, PRISM und XKeyscore.

Mein E-Mail-Postfach ist bei Host Europe, die bislang nicht dabei sind. Telekom und 1&1 haben angekündigt, den Mailverbund auch für andere Partner zu öffnen. Mal sehen, wer alles mitmachen will und mitmachen darf.

Update: Auf dem 1und1-Blog werden Details bereitgehalten. Die Telekom hat eine Pressemappe geschnürt.

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