Der Verstand sagt: Schwarz-grün

Schwarz-grün: Auch in  Bayern kein Problem (Martin Falbisoner [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons)

Schwarz-grün: Auch in Bayern kein Problem (Martin Falbisoner [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons)

»Das Herz sagt schwarz-grün, der Verstand sagt schwarz-rot.«

Oft habe ich in den letzten Tagen diesen Satz gelesen. Auf den ersten Blick mag er logisch erscheinen, tatsächlich ist er nicht richtig.

Claus analysiert, dass die Tür für schwarz-grün nur sehr kurze Zeit offen steht. Ich sehe es auch so: Es ist eine historische Chance, die wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht zurückkommt. Manchmal gibt es in der Politik Gelegenheiten, die nur einmal kommen. 2013 ist schwarz-grün möglich, sinnvoll und geboten. Die inhaltlichen Differenzen sind bei gutem Willen beider Seiten überwindbar. Die Konflikte werden kommen, selbstverständlich sind Koalitionen keine Fusionen. Alles lesen

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CDU wählen, auch wegen der anderen.

Beide Stimmen CDU.

SPD. Geht nicht – wegen der Diskrepanz zwischen Programm und Kandidat sowie wegen des Kandidaten.

Im SPIEGEL berichtet Dirk Kurbjuweit diese Woche, wie „Umverteilung auf sozialdemokratisch“ geht. Und zwar so: Im SPD-Bus sitzt der Kanzlerkandidat im Gespräch mit Journalisten. (Normalerweise wird aus solchen Runden nicht berichtet, aber wenn einer Kanzler werden will, sind auch Charakterfragen Fragen, die die Wähler bewegen.) Kurbjuweit steigt mit dieser Anekdote in eine längere Geschichte ein: Der Kandidat hält eine Minitafel Schokolade mit nur vier Stückchen in der Hand. „Steinbrück öffnet die Packung, und sagt, jeder könne ja mal dran schnuppern. Dann beginnt er genießerisch zu essen. „Das ist Umverteilung à la Sozialdemokratie“, sagt Steinbrück.

Das ist also der Mann, der auf den Marktplätzen die soziale Kälte von Schwarz-Gelb anprangert, der die Rente mit 67 aufweichen und die Agenda 2010 korrigieren will.

Am Ende bleibt die Frage, die ich mir schon seit Wochen stelle:

Wie verhält sich jemand, der mit einer Stinkefinger-Geste auf Journalistenfragen antwortet, wohl auf einem G8-Gipfel? Der Einzige, der Gefallen an diesem Verhalten haben könnte, ist wahrscheinlich Putin.

Viele Grüße von Gerhard Schröder. Zur Erinnerung an ihn:

Grüne. Geht nicht. Leider. Die haben sich dieses Mal da ein linkes Umverteilungsprogramm gegeben. Überreglementierung und Verbote. Ich kaufe keine Erdbeeren im Winter, will aber keinem verbieten, welche zu kaufen. Ich esse in der Kantine auch vergetarisch, wenn’s schmeckt – will aber frei entscheiden, wann und ob ich das mache. Ich zahle Steuern, wahrscheinlich in diesem Jahr mehr als je zuvor. Aber mehr muss es auch nicht sein. Das Ehegattensplitting will ich nicht abschaffen. Es ist gut für Familien mit Kindern – davon bin ich überzeugt.

Die Verbote sind hier mal in unter 90 Sekungen zusammengetragen. Kein Witz. Ponyreitverbot ist auch dabei.

Manchmal ist es gut zu wissen, wo die anderen stehen. Darum: Beide Stimmen CDU.

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Mettsicherheit

Im Ausland wurde deutsches »Raw pork on a roll« als mögliche Quelle der Trichinenkrankheit gefürchtet. Doch die CDC entwarnt: Nur 12 Fälle pro Jahr im Durchschnitt.

Sicher ist: Mett hat gesellschaftspolitische Relevanz. Die Netzpolitik kommt ohne Mett nicht aus (re:mett bei der re:publica), ebenso kann es zukünftig begleitend zur Familienplanung eingesetzt werden.

Die Grünen haben heute auf ihrer Homepage der Presse ein Schweinemett-Gutachten vorgestellt.

Mett-Ergebnis

Mett-Ergebnis auf gruene.de

In zehn großen Städten kauften Metttester jeweils fünf Mettproben – scheinbar repräsentativ für alle Mettbrötchen des Jahres in ganz Deutschland. Eine Mettmeinungsumfrage. Gefunden haben die Tester in acht der 50 Mettproben eine Substanz, die ESBL. Betroffene dieses größten Mettskandals der Nachkriegsgeschichte sind eine Bäckerei in der Heimatstadt unsere Ex-Bundespräsidenten, Discounter im piekfeinen Hamburg und karnevalistischen Köln sowie der BILD noch unbekannte Quellen in Leipzig, München und Essen, das bei Insidern als Heimatstadt dieses Frühstücks gilt.

Schmuddel-Hauptstadt Berlin ist in Sachen Feuerwehrmarmelade scheinbar sauber. Unerwartet in den Augen vieler besorgter Bürgerinnen und Bürger. Flughafen können die nicht, S-Bahn auch nicht, aber Mettbrötchen! Internetbewohner ahnten dies schon seit rund zwei Jahren. Wie wäre es sonst zur weltweit größten Mettbrötchenvertilgung am Rande einer Bloggerkonferenz gekommen?

Mein re:mett12-Brötchen

Mein re:mett12-Brötchen

BILD rechnet uns vor, dass »rund 16 Prozent der Proben« belastet seien. Scharf nachgerechnet sind sogar genau 16 Prozent.

Wir halten fest: ESM und EFSF sind zweitrangig seit das Ringöffnungsprodukt in der Regel spontan decarboxyliert.

Antibiotikaresistente Keime auf roh verzehrtem Fleisch sind eine tickende Bombe”, höre ich Friedrich Ostendorff, den agrarpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion in Osnabrück  den Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes zurufen.

Die US-Marines haben damit kein Problem. Die sprengen dieses ESBL notfalls einfach.

US-Marines bei der Mettsprengung

US-Marines bei der Mettsprengung

Auch keine genau weiß, wie hoch das Risiko ist, durch den Konsum von ESBL-belasteten Lebensmitteln zu erkranken. Denn: Die meisten Keime sind offenbar harmlos, klärt uns Spiegel online auf.

Morgen könnte dann bitte jemand klären, warum sich eine Bundestagsfraktion ein Gutachten zur Mettsicherheit bestellt.

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