Der Papst verkauft Zeitungen

Johann Tetzel

Johann Tetzel

Ein „Konservativer im wahrsten Sinne des Wortes“ (Cicero) wird zum Werbeträger für Print-Verlage. Die ZEIT erkundigt sich, ob ich Bedauern verspüre.

Was ist los? Gleich zwei als Meinungsumfragen getarnte Werbemails füllten heute meinen E-Mail-Eingang, weil der Papst sein Amt aufgibt.

Der Cicero wirbt mit den Restbeständen der 2011er September-Ausgabe als wäre es ein guter Wein, der nach längerer Lagerung noch besser wird. Die ZEIT hingegen verschenkt drei Wir-sind-nicht-mehr-Papst-Ausgaben und eine Uhr, mit der ich die Zeit bis zur Wahl des neuen Papstes messen kann.

Der Leser muss nur drei (Cicero) oder vier (ZEIT) Fragen zum Papst beantworten – und schon ist der Handel perfekt.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Zeitung in den Briefschlitz springt.“ (frei nach Johann Tetzel)

Lieber Papst, was machen Menschen nur für Geschäfte mit Dir.

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Ein hörendes oder gehorsames Herz

Der Deutschland-Besuch des Papstes ist vorbei. Der Rummel, die Sicherheitsmaßnahmen, die Großveranstaltungen und die Gottesdienste sind Geschichte. Für viele Katholiken hat die Anwesenheit, die Nähe zum Papst eine besondere Bedeutung. Ich freue mich für sie, wenn die Begegnung mit dem Papst sie ihn ihrem Glauben gestärkt hat. Es ist ein überzeugender Glaubensbeweis, wenn sich überall in Deutschland zehntausende Christen gemeinsam versammeln und beten.

Auch ich bin immer wieder berührt, wenn ich in Gemeinschaft mit anderen meinen Glauben bezeugen kann. Besondere Bedeutung hat für mich jedoch der Vers aus dem Matthäus-Evangelium:

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Math 18,20)

Das ist das Besondere des evangelischen Glaubens, dass es eben nicht der Kirche bedarf, um seinen Glauben zu bezeugen.

Keiner soll alleine glauben.

Keiner soll alleine glauben. (Michael Panse on flickr.com (CC BY-ND 2.0))

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