Bilanz: Alle AB-Bahnhöfe an einem Tag (2. Update)

An einem Endbahnhof (Foto: Tobias 'ToKo' Koch')

An einem Endbahnhof (Foto: Tobias ‚ToKo‘ Koch‘)

Wir haben es geschafft!

Nach etwas über 12 Stunden hatten Johannes und ich alle – wirklich alle – S-Bahnhöfe im Berliner Stadtgebiet mindestens einmal angefahren.

 

Pendelverkehr und Schienenersatzverkehr, verpasste und erreichte Anschlüsse, versperrte Wagen und fehlende Sitzpolster, überwiegend saubere Wagen, keine Fahrkartenkontrolle und keinen Zugausfall – das ist eine Seite der Bilanz unserer verrückten Idee.

Seite 6 der B.Z. Berlin vom 11.05.2013

Seite 6 der B.Z. Berlin vom 11.05.2013

Die persönliche Seite ist noch wertvoller: Uns unterstützten hilfreiche Mitarbeiterinnen beim Social Media-Team der Berliner S-Bahn. Der inoffizielle S-Bahn-Twitterer versorgte uns mit allerlei hilfreichen Tipps. Begeisterte Jubelperser empfingen uns am Bahnhof Buch. Jo, Patty, ToKo, Norman, Olli, Yannick, Alex sowie Sabine und ihr Fotograf von der B.Z. Berlin fuhren mehr oder weniger lange mit uns mit. 115 Follower hatte unser Account ABBahnhoefe1Tag am Abend. Unsere Reise war uns 260 Tweets auf diesem Account wert.

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Alle AB-Bahnhöfe an einem Tag: Liveupdates

Sei dabei!

Was machen wir?

Wir fahren an einem Tag alle S-Bahnhöfe im Berliner Stadtgebiet ab. Mehr dazu findest Du hier, hier und hier.

Was sagen wir?

Twitter hilft, vielleicht.

Folge auch unseren normalen Accounts hildwin und senSATZionell für Updates.

Wo sind wir?

Google Latitude half. Nun:
Wieder zu Hause. ;)

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Alle AB-Bahnhöfe an einem Tag: Versuch eines Zeitplans

Mitfahrerinnen und Mitfahrer finden uns im 2. Wagen, hinter dem "Faltenbalg".

Mitfahrerinnen und Mitfahrer finden uns im 2. Wagen, hinter dem „Faltenbalg“.

Am Freitag startet die Tour „AlleABBahnhöfean1Tag„. Mitfahrerinnen und Mitfahrer sind gerne gesehen. Gemeinsam mit Johannes (auch als senSATZionell im Internet bekannt) geht es auf große Tour durch die Hauptstadt: Der Brückentag einmal anders.

Start ist um 9:00 Uhr auf dem Stadtbahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße. Das ist der obere (Ost-West-)Bahnsteig. Von dort aus fahren wir zunächst in den äußersten Westen des S-Bahnnetzes nach Spandau. Von „Spandau bei Berlin“, wie die echten Spandauer sagen, geht die Tour über Westkreuz runter nach Wannsee. Die S1 bringt uns wieder ins Zentrum, um dann den westlichen Süden abzufahren. Weiter über den Ring in die zahlreichen östlichen Abzweige mit einer Mittagspause am südöstlichen Stadtrand.

Am Nachmittag ist der Norden dran. Die beste Eisdiele der Stadt in Frohnau könnte ein Ziel für den frühen Nachmittag sein. Gerne folgen wir aber auch euren Tipps! Immer her damit. Alles lesen

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Alle S-Bahnhöfe in Berlin an einem Tag (2. Update)

Hinweis: Die Tour ist absolviert: Eine erste Bilanz

Die Berliner S-Bahn treibt ihre Fahrgäste gelegentlich zur Verzweiflung. Verspätungen, Zugausfälle und defekte Wagen. Dennoch: Mir ist die S-Bahn ans ans Herz gewachsen. Ich fahre gerne mit der S-Bahn. Doch viel zu oft auf eingefahrenen Strecken. Immer nur den nördlichen Teil der S1 – das kann es doch auch nicht sein. Es gibt so viele Bahnhöfe in Berlin, die ich nicht kenne.

Der Kollege @bjoerngrau fuhr neulich alle Berliner U-Bahn-Strecken ab und brauchte dafür 15 Stunden. Wie die Linken nun mal so sind, geht bei ihnen nichts unpolitisch. Die Fahrt wurde mit einer Gefährdungsanalyse verbunden werden.

Wir wollten doch beobachten, wie die Leute in öffentlichen Verkehrsmitteln miteinander umgehen, denn im Rahmen der #aufschrei-Debatte wurde häufig davon berichtet, wie Menschen – hauptsächlich Frauen – im öffentlichen Nahverkehr belästigt wurden.

Ihr Ergebnis ist beruhigend: Es sei „fast nichts und erst recht nichts Schlimmes passiert„, bilanzieren sie.
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Elektronischer Fahrausweis erspart den freundlichen Erinnerungstweet

Seit wenigen Tagen bin ich Besitzer einer cardFahr carfahr fahrCard: eines elektronischen Fahrausweises im Format einer Scheckkarte. [Schecks kennen die meisten nicht mehr. Ich kenne sogar noch Schecks, zu denen keine Scheckkarte gehörte.]

Das Kartenformat entspricht den üblichen Abmaßen einer Scheckkarte einer Krankenversichertenkarte (85,725 mm × 53,975 mm bzw. 33/8″ × 21/8″). Die fahrCard ersetzt die bisherigen Wertmarken des BVG-Abos. »BVG-Abo« steht hier synonym für den öffentlichen Nahverkehr im Berliner Stadtgebiet, offiziell für den Tarifbereich Berlin AB.

Ich bin Kunde der S-Bahn, das spielt im Verkehrsverbund für den Kunden allerdings keine Rolle. Preise und Leistungen sind bei S-Bahn und BVG gleich. Nach einer Testphase, die im August 2011 begann, wird nun der elektronischen Fahrausweis, neudeutsch bahndeutsch, fahrCard genannt, nach und nach an alle Abo-Kunden ausgegeben.

fahrCard und Wertabschnitte der letzten drei Monate

fahrCard und Wertabschnitte der letzten drei Monate

Der Wechsel der Abschnitte zum Monatsbeginn entfällt. Erinnerungstweets sind ab sofort unnötig. Gerade dann, wenn der Monatswechsel auf ein Wochenende fiel, habe ich gerne vergessen, den Abschnitt zu tauschen.

Am letzten des vorherigen Monats und am ersten Tag des neuen Monats gelten glücklicherweise beide Marken. Aber ein wenig Herzklopfen überkam mich dann schon, wenn am dritten oder vierten Tag eines Monats die Kontrolleure die Bahn durchstreiften. Hatte ich den neuen Abschnitt eingepackt?

Gelegentlich fuhr ich länger mit dem Vormonatsabschnitt. In diesen Monaten wurde ich dann jedoch nie kontrolliert.
Für die Kartenkontrolle in der Bahn sind Lesegeräte nötig, die per Nahbereichkommunikation (NFC) die auf der Karte gespeicherten Daten überprüfen. In der Testphase konnte ich beobachten, dass den Kontrolleuren gelegentlich das Vorzeigen der Karte ausreichte und die Daten nicht ausgelesen worden sind. Das wird sich im Regelbetrieb nicht durchhalten lassen. Die Zahl der Fahrgäste, die pro Zeiteinheit kontrolliert werden können, wird sinken.

Die BVG haben eine ausführliche FAQ-Seite zum Thema eingerichtet.

Die denglische Bezeichnung fahrCard passt nicht zum Versprechen „Die Bahn spricht wieder deutsch„. 2010 hatte der pensionierte Englischlehrer Aschenbrenner über den CSU-Abgeordneten Ernst Hinsken Bahnchef Grube ausrichten lassen, dass sein Sprachmischmasch mehr Provinzialität als Weltläufigkeit ausstrahle. Grube versprach Besserung. Ein englische Nachrichtenseite erklärt es seinen Lesern so:

In the letter, Grube said the company would no longer be using the term “flyer” to describe its leaflets.

Gute Fahrt!

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Echtzeitauskunft für die S-Bahn – Wie baue ich mir ein Lesezeichen fürs Smartphone? [Update]

Gestern (und heute) wurde unsere Familie zum Bahnopfer. Mehr als drei Stunden Verspätung hatte der IC 2073 bzw. neg 20 aus Dagebüll als er endlich kurz nach Mitternacht im Berliner Hauptbahnhof einfuhr. Geplante Ankunft war 20:33 Uhr.

Jana vom Twitter-Team der Bahn hat mich gut informiert.

Spätestens abends nach 22:00 Uhr wird der Berliner Hauptbahnhof zur Servicewüste. Es ist nur noch ein Infoschalter geöffnet, an dem sich lange Schlangen bilden – Personal auf den Bahnsteigen ist ohnehin nicht vorgesehen.

Die Zuganzeiger auf den Bahnsteigen sehen immer nur die Ankündigung eines Zuges vor. Über Züge mit massiver Verspätung kann man sich dann nur noch per mobilem Internet informieren.

Im Testbetrieb sind dort auch die Daten der Berliner S-Bahn enthalten, wie @SBahnBlog hier

und hier


vorsichtig bestätigt. Alles lesen

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S-Bahner mit Herz und Tweets

Berlin hat ja immer etwas Provisorisches. Die Stadt ist irgendwie nicht fertig, immer im Umbruch, nie perfekt. Ganz besonders intensiv hat sich das in den letzten Jahren bei der S-Bahn gezeigt. In der Zeit der Teilung der Stadt litt die S-Bahn immer unter der Zerstörung im Krieg, kam im Westteil nie auf die Beine, weil sie lange Zeit den verhassten Brüdern im Ostteil gehörte. Die Stadtplanung ignorierte sie und mit den paar Pfennigen für eine Fahrkarte konnten das Netz und die Wagen nicht unterhalten werden.

Mit der Einheit kam der Aufschwung, die S-Bahn wurde zum beliebten Transportmittel, weil die Strecken wieder aufgebaut wurden und den Menschen im Speckgürtel und in den Außenbezirken eine schnelle Transportmöglichkeit in die Innenstadt geboten wurde.

S-Bahn Heiligensee 1982

Traurigkeit pur: S-Bahn Heiligensee anno 1982 (Foto: GoettinenFan on flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

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Neiße, Türen geschlossen!

Liebe S-Bahn-Berlin,

seit mehr als 10 Jahren bin ich nun mit Dir unterwegs.

Die schmucken neuen dunkelblauen Wegweiser an meinem S-Bahnhof verzeichnen die S1 und die S85. Die S85 soll von Waidmannslust nach Grünau fahren. Doch sie fährt nicht.

Mein Eindruck: Die S85 ist ein wenig Luxus für Dich, liebe S-Bahn. Auf jedem Bahnhof, auf dem die S85 halten soll, hält auch noch eine andere Linie der S-Bahn. Deshalb müssen die Fahrgäste seit Mitte 2009 auf diesen Luxus verzichten. Ich kann umsteigen und Du fährst einfach woanders lang.

Eine ziemlich lange Zeit schon. Immer wieder werde ich vertröstet, wenn ich bei Dir bzw. dem inoffiziellen S-Bahn-Twitterer @SBahnBerlin nach der S85 frage. Immer wieder neue Dinge, die falsch gelaufen sind, verzögern den „Normalbetrieb“. Die S85 ist damit für mich zum Symbol des S-Bahn-Desasters geworden.

Auch auf den Luxus eines Sitzplatzes musste ich des Öfteren verzichten. Die Bahnen waren kurz, die Fahrgäste trotzdem immer noch zahlreich. Jetzt sind Deine Züge wieder länger, aber es fehlen die Fahrer. Ich habe mich geärgert, war sauer und frustriert.

Da ist viel schief gelaufen in den letzten Jahren. Normalbetrieb gab es nicht erst seit Mitte 2009 nicht mehr. Hinter der Fassade der neuen Züge und der vielen neuen Bahnhöfe gab es offenbar den Wunsch, nicht nur ein nahezu komplett neues Nahverkehrssystem in der Hauptstadt aufzubauen, sondern zusätzlich auch noch den Gewinn zu maximieren. Es wurde auf Verschleiß gefahren und auch Service reduziert.

Dennoch ein ehrliches Bekenntnis: Ich fahre gerne S-Bahn, trotz allem. Ich bewundere, was in den 90ern erreicht worden ist. Trotz allem Gemaule: Berlin hat ein – alles in allem – hervorragendes Verkehrssystem.

Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen 1982

Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen 1982 (GoettinenFan on flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

Ende der 80er war ich häufiger zu Gast in Berlin. S-Bahn bin ich damals nie gefahren. Das machte man nicht, braucht man nicht und wollte man nicht. Diese Haltung hat sich glücklicherweise grundlegend geändert.

Bahnhof Gesundbrunnen im Oktober 2004

Bahnhof Gesundbrunnen im Oktober 2004 (Vintagesound/Wikimedia (CC BY-SA 3.0))

Die S-Bahn ist im Vergleich mit den 80ern auferstanden aus Ruinen. Hoffentlich auch der Zukunft zugewandt.

Dein treuer Fahrgast

P.S. Neiße ist der Funkname der S85.

P.P.S. Vielen Dank an @GoettinenFan für das Foto.

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