Echtzeitauskunft für die S-Bahn – Wie baue ich mir ein Lesezeichen fürs Smartphone? [Update]

Gestern (und heute) wurde unsere Familie zum Bahnopfer. Mehr als drei Stunden Verspätung hatte der IC 2073 bzw. neg 20 aus Dagebüll als er endlich kurz nach Mitternacht im Berliner Hauptbahnhof einfuhr. Geplante Ankunft war 20:33 Uhr.

Jana vom Twitter-Team der Bahn hat mich gut informiert.

Spätestens abends nach 22:00 Uhr wird der Berliner Hauptbahnhof zur Servicewüste. Es ist nur noch ein Infoschalter geöffnet, an dem sich lange Schlangen bilden – Personal auf den Bahnsteigen ist ohnehin nicht vorgesehen.

Die Zuganzeiger auf den Bahnsteigen sehen immer nur die Ankündigung eines Zuges vor. Über Züge mit massiver Verspätung kann man sich dann nur noch per mobilem Internet informieren.

Im Testbetrieb sind dort auch die Daten der Berliner S-Bahn enthalten, wie @SBahnBlog hier

und hier


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Chaos mobil – Dabei will ich doch nur ein PDF lesen!

Ein guter Bekannter schickt mir per E-Mail eine Datei, die “vielleicht von Interesse” für mich ist. Er schreibt an meine dienstliche Mailadresse. Thema und Absender rufen den “Jetzt! Sofort! Haben wollen!”-Instikt wach. Das Ding ist auch nach Dienstschluss so interessant für mich, dass ich mir das un mittelbar ansehen will.

Aufgrund irgendwelcher Inkompatibilitäten zwischen dem Mailserver, Mailprogramm oder Betriebssystem auf der absendenden Seite und dem Exchange-Server, der die Mail entgegen nimmt, geht die Dateiendung verloren. Vielleicht hatte die Datei aber auch gar keine, die Windows versteht.

Ergebnis: ATT1968765.dat (524K) zeigt mir mein Blackberry an. Ein ähnliches Ergebnis auf dem iPad. Beide Endgeräte können die Datei nicht öffnen. Der Blackberry könnte es im Prinzip, weiß aber nicht, mit welcher Anwendung. Das iPad versagt komplett den Dienst. Schmucklose Meldung:

Mail kann diesen Anhang nicht öffnen.
Ich finde keinen Dreh, das Ding wenigstens auf dem iPad irgendwo zu speichern, um dann vielleicht mit dem Allroundtalent Goodreader weiterzukommen.

Ich will an den Inhalt! Jetzt! Sofort! Zunächst probiere ich die Weiterleitung an meine GMail-Adresse, manchmal hilft das. Aber leider wieder nur ATT1968765.dat. Mist.

Der Blackberry kann aber Anlagen auf die eingesetzte Micro-SD-Karte herunterladen. Zum Glück kann man dabei den Dateinamen und die Dateiendung ändern. Endlich kann aus .dat das vermutete .pdf werden.

Es folgt noch eine Warnung, dass die Anlage mit 524 KB sehr groß sei. Hui. 524 KByte sind eine große Datei. Das Gerät rät davon ab, solches zu tun – das könnte viel Geld kosten. Das ist ein berechtigter Einwand, wenn ich mir die Blackberry-Datentarife des Providers so ansehen. Offenbar werden Blackberry-Bits auf ihrem weiten Weg vom Gerät über den Sendemast, den Provider, den Server bei Blackberry und den Enterprise-Server, der zu meinem Gerät gehört, noch irgendwie mit Goldstaub bedampft.
Ich hatte allerdings den Blackberry  in einem WLAN angemeldet. Da fallen 524 KByte nicht weiter auf. Sinnlose Warnung ignoriert, Datei umbenannt und gespeichert. Einigermaßen glücklich.

Lesen ohne Kompatibilitätsprobleme

Lesen ohne Kompatibilitätsprobleme (Harald Link on flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Bei einer Größe von mehr als 3MB versagt der Blackberry komplett: Die Anlage überschreitet die für das Herunterladen zulässige Größe von 3,0 MB. Das ist also die mobile Gegenwart 2012.

Doch wie nun die 524KB-große-PDF-Datei auf’s iPad bringen, damit ich den Text bequem lesen kann? Erste Idee: Bluetooth. Doch das iPad versteht sich nicht auf Dateitransfer per Bluetooth, schon gar nicht mit einem Blackberry. Dann eben wieder per Mail. Doch da streikt der Blackberry. Wahrscheinlich zur Beruhigung der sämtlicher Controlling-Stellen in den Unternehmen hat Blackberry dieses Feature gar nicht erst eingebaut. Dateien, die ich auf der Medienkarte habe, kann ich nur per Bluetooth an ein anderes Gerät schicken. E-Mail-Versand nicht vorgesehen.

Droht jetzt das Ende der Geschichte? Lesen vertagt, bis ich den Laptop oder Desktop einschalte? Nein. Eine Idee habe ich noch.

Der Sohn hat ein Android-Smartphone. Per Bluetooth nimmt das Android die Datei vom Blackberry entgegen und kann die Datei auch per E-Mail an mich zurückgeben. Die E-Mail kann ich am iPad öffnen, die Datei mit der jetzt richtigen Endung herunterladen und lesen.

Ich fasse zusammen: Um eine PDF-Datei ohne PDF im Namen mobil komfortabel lesbar zu machen, brauchte ich Blackberry, Apple und Android: Vom Apple Mac per Mail an Windows Exchange, empfangen auf Blackberry, per Bluetooth weiter an Android und von dort wieder an Apple iPad.

Am Ende des Textes stand übrigens der Hinweis, dass der Text auf dem Blog des Autoren veröffentlicht wird. Ich vermute etwas mehr Gelassenheit und weniger Ungeduld zahlen sich zukünftig doch aus.

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