„Die Finanzagentur legt großen Wert auf Kundenzufriedenheit.“

Das Schreiben ist gegenstandslos. Der Duden deutet dies als „als Gegenstand einer weiteren Diskussion o. Ä. nicht mehr in Betracht kommend; überflüssig, hinfällig„.

Die Finanzagentur GmbH hat mir mitgeteilt, dass sie mir nun doch weiterhin eine  Kontoführung ermöglichen will. Die Stammdaten sind vervollständigt. Meine Irritationen sind jedoch noch nicht vollständig beseitigt. Noch immer habe ich keine Antwort, warum dieses Verfahren für Alt-Kunden überhaupt nötig war, warum nicht zwischen Kindern und Erwachsenen differenziert wurde.

Aber: „Die Finanzagentur legt großen Wert auf Kundenzufriedenheit.“ (Pressemitteilung vom 20. Januar 2012 (PDF))

Ausriss Brief Finanzagentur

Brief der Finanzagentur GmbH: "Schreiben gegenstandslos"

Was war passiert? Das kann man hier, hier und hier nachlesen.

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Geldwäsche und Bundesschatzbriefe: „Weiterhin unzureichende Mitwirkung“

Meinem Sohn wird weiterhin unzureichende Mitwirkung vorgeworfen. Nein, es geht nicht um häusliche Pflichten wie Müllentsorgung, Geschirrspüler ausräumen oder Staubsaugen. Es geht auch nicht um die Schule. Es geht um etwas ganz Großes: Geldwäschebekämpfung, Terrorismusbekämpfung.

Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH hatte sich schon im August hervorgetan. Nicht durch einmalige Zinsangebote, sondern durch zwei Briefe, die wir im August erhielten. Zwei von 280.000 Briefen, die im Sommer 2011 an treue Kunden der Bundesschuldenverwaltung zur Terrorismusbekämpfung Legitimationsanforderung verschickt wurden. Nun, mein Blogpost schaffte es in die Stuttgarter Zeitung.

Und zwei Herren vom Kundenkontaktmanagement konnten meine Verärgerung nachvollziehen. Das haben Sie mir jedenfalls geschrieben. Sie gaben vor zu verstehen, dass 13-jährige Kinder in Deutschland keinen Personalausweis besitzen müssen und deshalb auch keine beglaubigte (!) Kopie eines Personalausweises an die Finanzagentur GmbH schicken können. Vom Terrorismus, der mit der Bekanntgabe des Geburtsorts von 280.000 Kleinsparern wirksam bekämpft werden sollte, schrieben sie glücklicherweise nichts.

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In der Stuttgarter Zeitung

Mein Blogpost zum Terrorverdacht Begehren der Finanzagentur wurde auch in den Printmedien aufgenommen. Kein schlechter Schnitt: Drei gehaltvolle Blogposts und schon die erste Presseanfrage. ;)

Die Stuttgarter Zeitung hat meinen Fall zum Aufhänger für einen Bericht genommen. Ich bin nicht allein: 280.000 ähnliche Fälle müssen ein überlastetes Call-Center und die Mitarbeiter bei der Finanzagentur bearbeiten. Das Geld dafür hätte man doch lieber in ein paar Zehntel höhere Zinsen investieren können. Damit es mal wieder in Richtung 7,5 Prozent geht.

Ausriss aus der Stuttgarter Zeitung vom 6.9.11

Ausriss aus der Stuttgarter Zeitung vom 6.9.11

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Geldwäsche. Organisierte Kriminalität. Terrorismus. Bundesschatzbriefe.

Die „Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH“ hieß früher Bundesschuldenverwaltung.

1996, im Jahr meines ersten Kontakts, hatte die Bundesschuldenverwaltung eine Telegramm-Kurzanschrift „Bundesschulden Badhomburg“. Für den ganz schnellen Kontakt, vermutlich. Inzwischen ist es keine Behörde mehr, sondern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Schatzbriefe müssen auch nicht mehr umständlich über ein Depot bei der Bank gekauft werden. Sogar Online-Banking ist möglich. Das war allerdings im Frühjahr für Wochen nach gravierenden Sicherheitsproblemen nicht erreichbar.

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